MTV-Kritiker leben gefährlich

5 06 2008

Ab und an drehen sich die Texte in unserem Bloag um Kritik an Rundfunk und Fernsehen , dann allerdings meist wenn die Öffentlich Rechtlichen (Grüße an unsere Homies bei Frontal 21) mal wieder durch mangelndes Fachwissen glänzen. Scheiße bauen aber nicht nur ARD und ZDF, sondern auch andere Fernsehmacher. Zum Beispiel eine unangenehme Firma, die mit sehr zweifelhaften Methoden versucht, Kritiker mundtot zu machen. Kritiker wie Stefan Niggemeier, der in seinem Blog die Fahne für alle MTV-Kritiker hoch hält. Mit seinen Beiträgen  bin ich nicht immer einverstanden, schaue aber täglich vorbei. Und wenn man sich durchliest, was die im Text genannte Fima alles veranstaltet, könnte man auf andere Gedanken kommen als nur einen Blog-Eintrag zu verfassen. Aber lest einfach selbst und - vor allem - verteilt das Wissen weiter. Verteilt den Link, schickt ihn an Freunde, Bekannte und Verwandte. Wo sind wir angekommen, wenn eine Firma mit ihrem Geld Kritiker mundtot machen kann?

Armes Deutschland!

Den Diestahl der Übrschrift möge man mir verzeihen. Nicht die feine Englische, aber für mehr Kreavität fehlt die nötige Kraft.



Moderne Gleichschaltung

24 05 2008

Journalismus im Jahr 63 nach dem Ende der Gleichschaltung der Presse ist eine interessante Sache. Denn mal abgesehen vom Umstand, dass heute wirklich jeder Journalist sein kann, sind wir von der Gleichschaltung gar nicht mehr soweit entfernt. Und das völlig ohne Zwang, sondern alleine durch Zeitdruck und Sparmaßnahmen. Statt der Gestapo schaut heute einfach der Controller vorbei und kürzt hier ein paar Stellen und Quellen, was jedoch fast denselben Effekt wie vorgegebene Berichte hat.

Natürlich muss heute niemand mehr ins Gefängnis oder Lager, aber Folter gibt es dennoch. Denn gefoltert werden die Leser mit identischen Meldungen auf hunderten (wenn nicht tausenden) Websites, Zeitungen und Anzeigenblättchen. Was dort steht kommt zumeist aus derselben großen Nachrichtenagentur, die den gesamten deutschen Markt bedient. Zum Beispiel die Geschichte über zockenden Frauen, die mir - am Kürzel “tmn” erkennbar - gleich zweimal über den Weg gelaufen ist. Einmal im Online-Angebot der Kölnischen Rundschau und zwei Tage später als Hintergrund bei “Der Westen”, wo man wenigstens noch den Namen des Autors genannt hat.

Am Text selbst ist nichts auszusetzen. Ein nettes Feature, das unterhaltsam geschrieben ist. Keine Schleichwerbung, kein unnötiges Blabla, aber eben derselbe Text in zwei Medien und kein Einzelfall. Wer bei Google-News Alerts auf bestimmte Begriffe gelegt hat, dem fallen solche Dopplungen ganz besonders auf. Und wenn man zusätzlich zum Alert noch ein wenig sucht findet man den Text auch noch in der PC Welt und bei der Netzzeitung, die übrigens dasselbe Bild wie die Rundschau benutzt. Und so, wie bei dem Beispiel des Themendienstes, ist das fast mit allen Nachrichten.

Die dpa sendet, der Redakteur wählt nur noch aus und denkt sich einen netten Einstieg aus. Und in vielen Fällen wird noch nicht einmal der geändert. Deutschland einig Online-Land, wo jeder alles und überall lesen kann. Das schlimme daran ist die fehlende Abwechslung. Wenn alle nur noch das gleiche melden und die Redakteure vor Ort den Text mit ihrem Fachwissen einordnen und aufwerten, steuern wir online wie offline auf ein Desaster zu. Denn das Beispiel macht noch eins deutlich: der Text wird verwendet wie geschrieben. Keine Ergänzung, kein Redigieren, kein Nichts.  Armes Deutschland. Wer es selbst ausprobieren möchte, abonniert einfach ein paar Schlagwörter über Google News.



Verkehrte Welt?

9 05 2008

Meine Lieblingseinleitung einer News auf unserer Hauptseite ist eigentlich: “Als Redakteur einer großen deutschen Battlefield Seite die einige 10.000 Klicks am Tag verzeichnet, stößt man auf seiner täglichen Tour immerwieder auf neues”. Diese Einleitung würde ich auch am liebsten hier nutzen nur irgendwie passt sie nur so halb zum Thema. Klar, als Redakteur stößt man auf so einiges. Sei es lustiges, spannendes oder faszinierendes. Doch heute bin ich auf etwas gestoßen was zu keinem dieser drei Dinge zutrifft. Es ist einfach nur peinlich.

„Counter Strike“ (Gegenschlag) heißt der Mist

Bei meinem Besuch der Homepage von den Kollegen 4Players.de/cs bin ich auf einen Artikel vom Boulevardblatt Bild gestoßen die malwieder die Tatsachen verdrehen um einen perfekten Artikel zu veröffentlichen. In dieser Online Ausgabe des Blattes schreibt der Autor als Einleitung: Das Computerspiel ist an Brutalität kaum zu überbieten. Terroristen bekämpfen Antiterror-Einheiten. Blut fließt in Strömen. Ziel ist es, so viele „Gegner“ wie möglich zu töten. 4 Sätze - 3 Lügen. Counter Strike ist ab 16 freigegeben und deswegen es zu bezeichnen als wäre es “an Gewalt kaum zu überbieten” ist schlichtweg falsch und irgendwie auch nicht passend. Blut? Blut gibt es seit Anfang an nicht in Counter Strike. Ok, der letzte Satz passt so halb, doch die meisten Spieler würden sagen: “Wir müssen das gegnerische Team ausschalten um zu gewinnen” Die wenigsten sagen: “Wir müssen töten! Darum gehts!” Eigentlich geht es im dem Text um ein Jugendhaus das Rechner aufgestellt hat und acht Lizenzen für die Kinder gekauft. Der Grund dafür: Anders erreicht man die Kinder nicht mehr. Sicherlich ist die Maßnahme nicht sonderlich gut gewählt, doch Spiele gehören nunmal in unseren Alltag und zum Aufwachsen der Jugendlichen dazu. Warum sollten Jugendhäuser nicht mehr mit der Zeit gehen. Die Bild erinnerte (natürlich) an den Attentäter Robert Steinhäuser der (angeblich) wegen diesem Spiel tötete und es ihm zum Schulmassaker verholfen hat. Dieses Gerücht wurde nie bewiesen. Wiedermal hat die Bild bewiesen, wie man aus einer kleinen News etwas ganz großes macht. Auch wenn es eher ganz großer Scheiß ist.



Ben Cousins, die Zukunft der Konsole und andere Gedanken

5 04 2008

Samstagabend nachts um halb zwölf. Zeit zum bloggen, denn angesichts einer Sonntagsschicht muss die Party ausfallen. Schlecht für mich, schön für das Blog. Thema des Abends ist Ben Cousins und sein Interview mit Gamasutra, das vor allem für Beobachter der Spielebranche und deren weiterer Entwicklung so viel mehr als nur ein Gespräch über Battlefield Heroes ist. Es geht um Games und Märkte, um den Kampf zwischen Konsole und PC und vielleicht auch um Battlefield 3. Allerdings sind das eher Gedankenspiele als wirkliche Schlüsse aus dem Interview.

Wo fange ich am besten an: Vielleicht mit Märkten und der Spielentwicklung, die in Zukunft noch weiter weg von der Disc gehen wird. Dafür sprechen gleich mehrere Fakten, denn Plattformen wie Steam, EA Downloader und Gamesload beweisen, dass Spieler bereit sind Inhalte digital zu erwerben. Dazu kommt ein weiterer Faktor: die große Unsicherheit bei großen Vollpreistiteln. Die Entwicklung der Spiele verschlingt Unsummen und das Ergebnis muss am Ende stimmen. Oft genug tut es das nicht nicht und als Ergebis des schlechten Ergebnisses werden Publisher größer und größer, um so ihr Risiko breiter zu streuen. Und sie erschließen ständig neue Märkte, wie man an Battlefield Heroes im Falle von EA sehen kann. Was dabei viele vergessen: Die Strategen in Redwood Shores sind damit mitnichten “First Mover”. Dann gäbe es da nicht Quake Live (ID Software) oder die “Play-for-Free” Pläne von Sony im Bereich Massive Multiplayer. Heroes ist einer unter vielen, die den rasant wachsenden Markt für Online-Games erobern wollen. Und das, obwohl die Zahl der Online-Spieler geringer ist als erwartet.

Das interessante daran sind der parallele Einstieg so vieler Publisher in dieses Segement und der späte Zeitpunkt, zu dem er passiert. Denn Cash wird mit diesem Konzept bereits sehr lange gemacht. Tausende, wenn nicht hunderttausende Menschen weltweit spielen Browsergames, die von jedem PC abrufbar sind und erst richtig Spaß machen, wenn man bestimmte Zusatzinhalte freischaltet. Und die Kosten Geld, was die Spieler bereitwillig zahlen. Denn gute Browsergames können – ganz ohne eine einzige Grafiksequenz – so süchtig machen wie World of Warcraft. Dazu sind sie viel billiger zu produzieren. Goal United, OGame und Insel-Monarchie und all die vielen anderen Ableger erzählen Bände davon. Natürlich sind Heroes und Quake Live keine Browsergames, aber eben auch keine Spiele im klassischen Sinn. Sie liegen irgendwo dazwischen. Ein ganz neuer Typ Spiel, der im Fall der Fälle auch einmal mit einer älteren Engine auskommt und eine kurze Entwicklungszeit hat. Läuft das Geschäft, wird es ausgebaut. Läuft es nicht, wird einfach etwas Neues ausprobiert. DICE und EA setzen hier auf Werbefinanzierung und Kauf-Gimmicks, andere Publisher vielleicht wirklich irgendwann auf Bezahlkarten und Level. Und vielleicht schlagen auch DICE und EA irgendwann diese Richtung ein.

Interessant ist unter diesem Gesichtspunkt die eingangs erwähnte Frage nach Battlefield 3 (BF3), das so gar nicht in dieses Konzept passt und sogar dem neuen Kurs von EA zum Opfer gefallen sein könnte. Wichtig ist hier die Geschichte von Battlefield und die Firmenpolitik des Publishers. Halb fertige Projekte zu canceln oder umzustrukturieren ist nämlich nichts ungewähnliches. In den PC-Teilen der Serie finden sich massenhaft Reste von angefangen Projekten. Fahrzeuge, Karten und Gebäude, die als letzte Zeugen davon berichten. Von einem möglichen zweiten Boosterpack für Battlefield 2142, aber auch von der einst getroffenen Entscheidung, aus dem zweiten Add-On für Battlefield 2 besser zwei Boosterpacks zu machen und damit eine kleine Revolution einzuläuten: den ersten ausschließlich digital vertriebenen Inhalt aus den Hause EA. Ein Battlefield(!), oder zumindest eine Erweiterung davon, die man nur online kaufen konte. Gemacht von denselben Spielentwicklern aus Schweden, die heute für Heroes verantwortlich zeichnen. Das alles fand im Jahr 2006 statt, etwa sechs Monate nach dem Start der Plattform mit dem damals auch auf CD erhältlichen Add-On Special Forces. Gerade einmal zwei Jahre ist das her und heute ist es das normalste auf der Welt, Spiele direkt im EA Store zu kaufen. In zwei bis drei Jahren wird es das normalste auf der Welt sein, Play-for-Free Shooter von DICE und EA zu erhalten und hier kommen wir zurück auf Battlefield 3 und die neue Frostbite Engine: Passt ein solches Spiel in dieses Konzept und wird es sich verkaufen?

Klären kann diese Frage wohl nur der neue EA-Chef John Riccitiello samt seinem Stab, doch zählt man eins und eins zusammen, steht am Ende schon rein mathematisch keine große Drei. Und auch ansonsten nicht, denn der neue Chef des größten Publishers ist vor allem am Ruder des schlingernden Konzerns, um diesen wieder in sicheres Fahrwasser zu führen. Und die Probleme sind mannigfaltig: Zu viele Fortsetzungen mit zu wenig neuen Inhalten zum Beispiel: Jedes Jahr eines neues NBA , NFL und NHL und mit ihnen jedes Jahr mehr Fehler bei nahezu null Innovation. Das Ergebnis waren vernichtendes Feedback der Kunden und – bei einem börsennotierten Unternehmen wie EA viel schlimmer – von führenden Analysten für den Games-Sektor. Die Reaktion lies nicht lange auf sich warten. Wie Boss Riccitiello der Börsenwelt kurz danach über Wallstreet online mitteilte, sollte sich von nun alles ändern. Weniger Fortsetzungen und mehr Innovationen. Und wenn schon Fortsetzungen, dann nur noch unter dem Aspekt der Innovation. Ob Battlefield 3 darunter fällt ist die große Frage. Die Frostbite Engine an sich ist innovativ und der Gedanke, die gesamte Umgebung einzunorden verlockend, doch muss es ausgerechnet Battlefield sein? Es bieten sich auch andere Ideen und Konzepte an und wenn man es genau nimmt, ist der einzige jemals bekannt gewordene Beweis ein hundertfach zitiertes, aber nie im Original veröffentlichtes PDF an Investoren. Dazu einige Gerüchte von der Games Convention 2007, die – nimmt man es genau – genau in den Zeitraum von Heroes fallen. Vielleicht gab es die Pläne ja wirklich und sie wurden – wie die Booster – in der Entwicklung eingestampft.

Eine Auflösung kann nur die Zukunft bringen und bis dahin wird munter spekuliert und gerätselt. Über Battlefield 3 und viele andere Themen. Zum Beispiel die Zukunft des Personal Computers und der Konsole und welche der beiden Plattformen am Ende den Sieg erringen wird. Meinungen gibt es hier wie Sand am Meer und nicht wenige Experten haben den PC bereits für tot erklärt. Ganz anders Ben Cousins, der früher selbst im Bereich Konsole gearbeitet hat und in dem eingangs erwähnten Interview mit Gamasutra etwas sehr spannendes und wichtiges sagt: Es gibt mehr PCs als Konsolen. Sehr viel mehr. Und das wird auch auf sehr lange Sicht so bleiben. Was also vom Aussterben bedroht ist, sind unter Umständen Vollpreistitel für 60 Euro auf DVD im Geschäft, das klassiche Spiel für den Personal Computer aber noch lange nicht. Konzepte und Geschäftsmodelle ändern sich und passen sich der Entwicklung des Marktes an. Das ist alles. Das dabei das eine oder andere Spiel über den Jordan geht gehört dazu. Die neuste Ausgabe von Madden-Footbal zum Beispiel, die nicht mehr für den PC erscheint. Die Verkaufszahlen waren einfach zu schlecht. Den Sieg der Konsole bedeutet das aber noch lange nicht. Höchstens einen Teilerfolg. Besonders deutlich wird das an kritischen Stimmen aus der Konsolen-Ecke. Zum Beispiel der von Sandy Duncan, der einst das Europa-Geschäft mit der Xbox aufgebaut hat. In einem Interview erklärte der jüngst die Konsole zu einem aussterbenden Modell. Fünf bis zehn Jahre gibt er der Branche noch, weil die Entwicklung einfach zu teuer ist. Und damit könnte er Recht haben, denn immerhin verlieren Sony und Microsoft mit jeder verkauften Konsole viel Geld. Doch mehr dazu ein anderes Mal.



Rezensionen

15 03 2008

Buch-Rezensionen sind eine tolle Sache. Sie sollen dem Leser Anhaltspunkte geben und ihm bei der Entscheidung helfen, ob dieses Buch etwas taugt oder nicht. Sie sollen im den Stil des Autors vermitteln, ob es ihm gelingt Spannung aufzubauen und alle anderen Details, die das besprochene Buch besonders machen. Oder eben auch nicht

Was Rezensionen nicht sein sollen sind Spoiler und Nacherzählungen, bei denen wie im Deutschunterricht die wichtigsten Ereignisse zusammengefasst und – noch besser – das vollständige Ende verraten wird. Nur scheint das anscheinend niemand so recht zu kapieren und die vielen Nacherzählungen und Interpretationen der Hobby-Autoren bein Amazon & Co. erhalten regalmäßig Bestnoten. Warum ist das so? Ist es den Leuten völlig egal wenn sie ein Buch kaufen und dessen Ende bereits kennen? Oder noch schlimmer: das große Finale einer mehrteiligen Serie. Gibt es wirklich so viele Leute, die zuerst die letzten Seiten eines Buches lesen?

Ich mag es nicht glauben und habe es mir inzwischen abgewöhnt, mehr als nur den ersten Teil des Bildschirms zu lesen. Denn oft hängen die Spoiler direkt unter dem offiziellen Begleittext und man muss schon ein Stück Papier vor den Bildschirm halten um nicht doch Brocken “und am Ende stirbt X” zu lesen. Das passiert automatisch, weil das Auge wandert. Also bitte, liebe Online-Anbieter: Blendet die Besprechungen eurer Kunden aus oder erklärt ihnen endlich, was ein Spoiler ist. Danke!



Journalismus als Auslaufmodell?

3 03 2008

Über einen der zahlreichen Newsletter flatterte jüngst eine Mail von UBI in mein Postfach. Na ja eigentlich war es eine Mail von Koins mit dem Hinweis auf UBI, aber das tut nichts zur Sache. Mit etwa drei Tagen Verspätung bin ich dem Link aus der Mail gefolgt und landete prompt im neuen Angebot des Publishers: UBI-TV. Hatte ich im ersten Moment das übliche Werbe-BlaBla samt Screenshots und Videos erwartet, wurde ich nach dem Start des Videos stutzig. Denn mit dem üblichen Bla hat das Format wenig zu tun.

Thema der Sendung ist der neue Titel Asassins Creed, der in einigen Wochen in der PC-Version erscheint und vom Moderator eingehend vorgestellt wird. Neben Szenen aus dem Spiel werden Steuerung und Features eingehend vorgestellt. Eine wirklich informative Sendung, die keinen Aspekt auslässt und in keinster Weise von einem Feature der großen Games-Zeitschriften zu unterscheiden ist und zu keinem Zeitpunkt aufdringlich wirkt. Kein Bombardement mit Kaufhinweisen, sondern Fakten. Soweit so gut, nur könnte das zukünftig zu einem Problem werden.

Es stellt sich die ernsthafte Frage, wer zukünftig noch Journalismus im Bereich Spiele machen soll, wenn die Publisher eigene Berichte in dieser Qualität produzieren. Warum noch ein Heft oder ein Online-Angebot beziehen, wenn bei Ubi, EA & Co. alles verfügbar ist. Und wer könnte mehr Details zeigen als die Entwickler des Spiels? Alles super also, oder hat die Geschichte nicht doch einen faden Beigeschmack? Medien sind zwar von Werbung abhängig, versuchen aber soweit wie möglich unabhängig zu schreiben. Reportagen wie die von UBI haben also trotz der hohen Qualität einen faden Beigeschmack.

Quelle: UBI TV



Why Heroes shouldn’t be called “Battlefield”

17 02 2008

It is already February and the Blog needs an update. This time and for the first time in English (please excuse my poor skills) because the matter might interest more than just the German readers. And the matter is Battlefield Heroes – the new cartoon shooter from DICE and EA. Nominal a successor the new title has not very much in common with the first four games of the series. And that’s a cute description of the problems Heroes will bring to the community.

Time Travel
If you take a close look to the last five years you will shortly realize that the community is no homogeneous party of players. It all started with the release of Battlefield Vietnam in 2004 when the community split for the first time. A huge amount of players were not willed to grant Vietnam the status of a successor and Battlefield 1942 was declared as the true Battlefield. The Solution – or better the least common denominator – was the release of Battlefield 2 in 2005. For a short time all Battlefielders were in a state of joy and happiness. But this period lasted only a short time. The game was full of bugs, the name Betafield was born, and the community split up again. A large number of players returned to BF42 and stayed there until today. And there was a second split between the ranked and the unranked players that might or better will be a subject with Heroes also. The third and probably most interesting split happened after the release of Battlefield 2142 in 2006. Similar to BFV a large number of BF2-Players declared the game as a huge mod for BF2 and stayed were they were - at least one of many reasons for the great success of Battlefield 2 that has still more than 30.000 players a day.

Clash of Gamers
But what the heck has all this to do with Battlefield Heroes? A lot, if we take a closer look to the similarities between the games. The settings and the engines might be different but in the end all four parts of the series are made to be expanded by the gamers. What would the battlefield series have been today without mods like Desert Combat, Forgotten Hope, Battlegroup, Eve of Destruction and all the other great names? What would the series have been without the hundreds and dozens of self made tools for modding, mapping, tweaking and filming? It would be just one of many games that you can play or forget forever. But Battlefield was always more than this and for this simple reason a browser based online game without the opportunity to create mods and custom maps can’t be a part of series. Needless to say that it is not definitely clear if Heroes might be modifiable but there are more changes that are oppositional to everything a “Battlefielder” knows so far: the comic look, the extreme arcade style for the weapons, and the new automatic spawn system (that refuses players the opportunity to enter the battle where they want to). Not to mention that flags as a basic element of the conquest mode are not longer important and the squad-system is going to be elimated. Sounds not longer like a Battlefield and it isn’t. It is some kind of “happy shooter” for casual gamers and no one would ever had the idea to integrate news or a community section for a casual game into a Battlefield website or a forum. Looking at these facts games like “Quake Wars” and “Fuel of War” are closer to Battlefield than Heroes will ever be.

Clash of Personalities
Another important fact that no one seems to realize or care about is the actual PEGI rating. Heroes has an actual rating of 12+ which means that it is made for kids. Kids that beg for mom’s credit card to pay the “cool stuff” like new helmets, uniforms and all the other shit no mature player cares about or at least should care about. All other parts of the series have a PEGI rating of 16+ and the vast majority of players is older than 16 years. As a result the well known forums for the series will be overrun by youngsters once the game will be released. And if you have once seen or written statements of 12 year old kids ingame or in an internet forum you will surely agree that the circumstance of the PEGI rating might lead to a new part of the Battlefield community that gets in trouble with the existing ones. Or does any of you really want to read postings about the “coolest helmet on earth” and other bullshit? And even more than this: what we know so far is that Heroes will bring a new system of abilities and gamemode called metagame which means nothing more or less than RPG-Elements that are already known from browsergames and massive multiplayers. The developers from DICE talk about “alliances” but lets name it like everyone knows it: “guilds”. This looks like a totally new type of gameplay that brings out a totally new type of (Battlefield) player that has the goal to dominate the world (narf, narf) with his alliance. Looking at this circumstance it might be better to ask a world of warcraft forum if they are willed to open a subsection for Heroes and delete those we established already forever.

Peer Pressure
Surely hard words about a game that hasn’t been released yet but it would be the same if anyone had the idea to make a sequel of ArmA, transform it to a RPG-FPS-Something and put the well known label on it. It’s an affront to call Heroes a “Battelfield” – even if Ben Cousins & Co. try to make people believe that isn’t. And since it isn’t possible to create mods and tools for it our team is glad not to be forced to play it.  It would be a pleasure to abandon it completely but unfortunately this is (nearly) impossible. The peer pressure is way to high. As long as all other Battlefield related websites continue with their coverage there will be requests from our members also. But in the end it might be the better decision to eliminate Heroes now instead of covering the development now and handle the above mentioned problems later. I really don’t know what is the right the decision but one thing is clear: Heroes was and never will be part of the games I write about for more than four years now.



Du bist Deutschland: E-Spocht

16 01 2008

Mit dem virtuellen Wettkampf in Online-Ligen haben wir es normalerweise nicht so am Hut, weshalb wir Ergebnisse aus Ladders, Cups und Turnieren in der regulären Berichterstattung aussparen. Nicht weil es uns nicht interessiert, sondern weil wir schlicht zu wenig Plan haben. Eine Meldung ist uns dann aber doch ins Auge gefallen, auch wenn sie sich nicht direkt mit Ergebnissen, sondern mit dem zweitliebsten Volkssport der Deutschen befasst: dem Klagen.

Wie die TAZ berichtet, streiten sich zurzeit die Mitglieder des Clans “Coldgame” mit der Electronic Sports League (ESL) um die Frage, ob Sperre und Bann wegen einer angeblichen Nutzung von Hacks (in dem Fall ein Aimbot) rechtens war oder nicht. Ja, meint die ESL, und stößt damit bei den Clanern auf Granit. Der Widerstand ist so heftig, dass ein Anwalt eingeschaltet und Klage eingereicht wurde. Denn immerhin geht es um die Teilnahme an den Pro Series (EPS) und damit um viel Geld.

Spannend ist dieser Fall also in doppelter Hinsicht. Zum einen unter dem spielerischen Aspekt, zum anderen unter dem rechtlichen. Denn selbst für PC- und Spielexperten ist es nicht immer einfach zu beurteilen, ob wirklich mit zusätzlicher Software nachgeholfen wurde und ob die Richter wirklich in der Lage sind eine Demo auszuwerten, bleibt fraglich. Vielleicht müssen also Experten hinzugezogen werden, aber wo finden sich die? Wer hat in Deutschland die Qualifikation, vor einem Gericht eine Expertise abzugeben?

Und selbst wenn sich jemand findet, wie geht es weiter? Denn stelle sich einer mal vor, Coldgame würde wirklich Recht bekommen. Wie würde sich einen EPS spielen, bei der auf einem der teilnehmenden Clans der Hauch eines Verdachts liegt? Denn mit dem Cheaten ist das wie mit Artikeln in der BILD. Was am Ende dabei herumkommt interessiert in der Regel niemand. Im Gedächtnis bleiben (fast) immer die Beschuldigungen. Der Ausgang des Verfahrens sollte also mit Spannung beobachtet werden.



Games & Gewalt: Wir sind nicht böse

12 01 2008

Die Zeit des Trauerns ist vorbei und es wird Zeit, sich wieder dem eigentlichen Thema dieses Blogs zu widmen: Spiele. Anlass ist ein Artikel der Netzzeitung über ein neues Buch des Bremer Professors Andreas Hepp und des Trierer Soziologen Waldemar Vogelgesang. Die haben sich den gemeinen Gamer auf LAN-Parties angeschaut und darüber ein Buch geschrieben, das jüngst unter dem Titel Die Computerspieler - Studien zur Nutzung von Computergames im Verlag für Sozialwissenschaften erschienen ist.

Voll bereit fürs Real-Life
Das Buch selbst ist sicherlich keine leichte Kost, weshalb wir über die Zusammenfassung der Netzzeitung dankbar sind. Spannend ist hier vor allem die Beschreibung von Ansatz und Ergebnis der Forscher, die sich den Spielern dem Bericht zufolge wie Ethnologen näherten, die Kontakt mit einer für sie unbekannten Spezies und ihrem Lebensraum herzustellen versuchen. Und dabei stießen sie nicht auf stupide Idioten ohne Hirn, Humor und Verstand, sondern auf junge Menschen mit einer besonderen Kompetenz in technischen Fragen in einem von ihnen selbst aufgebauten Lernbereich. Und laut den Forschern ist dieser Aspekt ”für flexible Erwerbsbiografien in der heutigen Zeit immer bezeichnender”.

Beweis direkt vor der Haustür
Zu einem ähnlichen Ergebnis wie die Forscher kommen wir in einer kleiner angelegten Studie der Battlefield-Szene. Innerhalb der letzten vier Jahre haben wir über 2000 Downloads in die Datenbank aufgenommen, die von Spielern erstellt wurden. Neben Modifikationen und neuen Karten finden sich dort auch komplexe Tools zur Verwaltung der  Spiele, zur Erstellung von Filmen und nicht zuletzt der Administration von Servern. Tausende und Abertausende Stunden von Arbeit stecken darin und schon allein die bloße Existenz ist Beweis genug, dass Spieler weder gewalttätig noch böse sind. Und würden sich die Verantwortlichen auch nur fünf Minuten mit der Materie beschäftigen, wäre ihnen das klar.

 Quelle: netzeitung.de



Der letzte (Aus)weg

11 12 2007

Den letzten Text habe ich Dir gewidmet und heute haben wir Dich zu Grabe getragen. Ich konnte nicht weinen und begreifen kann ich es sowieso nicht. Du, das wandelnde Lexikon. Du, der begnadete Texter. Du, der Philosoph und Denker. Was hat Dich letzten Endes dazu getrieben diese Welt zu verlassen und damit so unglaublich viel ärmer zu machen. Was hat Dich dazu bewegt diesen unkreativen, technischen und seelenlosen Job zu machen, wenn er Dir so offensichtlich keinen Spaß gemacht hat?

So viele Fragen, die ich mir inzwischen immer öfter stelle. Denn Du bist nicht einfach weg gegangen, sondern hast Dein Leben da gelassen. Deine Website, Deine Texte, Deine Bekannten und Freunde und die vielen Mails in meinem Postfach. Hättest Du gedacht, dass ein simpler Smilie einen erwachsenen Menschen zum Weinen bringen kann? Was hast Du Dir dabei gedacht? Was hast Du Dir überhaupt gedacht? Oder wolltest Du uns nur zum nachdenken bringen, über diese abgefuckte und gefühllose Welt? Diesen Affenzirkus aus Terminen, Zeitdruck und Stress?

Zumindest das hast Du geschafft. Ich denke jetzt, eine Woche nach Deinem Tod, über viele Dinge anders. Vieles hätte ich Dir gerne noch gesagt und blicke ich jetzt zurück, so viel mehr anders. So weit weg waren wir eigentlich nicht voneinander, nur habe ich das am Ende nicht mehr gemerkt. Und als wir heute vor der Kapelle gestanden und gefroren haben ist mir das erst so richtig klar geworden. Leider zu spät, wie so oft im Leben. Also mach’s gut, Niels, wo immer Du jetzt auch sein magst. Und wie Martin schon sagte: Hoffentlich gibt es dort auch Depeche Mode und Front 242.