Killerfragen

14 06 2009

Mit “Killerspielen” ist das so eine Sache. Die Mehrheit der Spieler kann mit dem Begriff nichts anfangen und Spielemagazine werden nicht müde, immer neue Protestaktionen zu starten. “Spiele machen keine Killer” ist einer der zurzeit beliebtesten Sprüche und die Politik wird von der PC Games wieder einmal aufgefordert, den unsäglichen Begriff ganz aus der Dikussion über Games und Gewalt zu streichen. Eigentlich alles schön und gut, würde die Spielpresse von der kleinsten Fan-Klitsche bis zum größten Magazin nicht selbst völlig unreflektiert mit solchen Begriffen um sich werfen. Und das schlimmste daran: das Problem dürfte den meisten noch nicht einmal bewusst sein.

Ein gutes Beispiel dafür ist die News über die Zusatzkarte Coral Sea für das Spiel Battlefield 1943. Das Szenario, auf dem sich Spieler Zweikämpfe mit alten Jägern aus dem zweiten Weltkrieg liefern, muss erst freigespielt werden. Die Karte steht erst im Menü zur Verfügung, wenn alle Spieler zusammen 43.000.000 Kills erreicht haben. Eigentlich nichts besonderes, denn in der Gaming-Szene ist der Bergiff Kills spätestens nach der Einführung von “Kill-Death-Rates” im Rahmen von Statistiken nichts mehr besonders. Für einen Außenstehenden sicherlich schon.

Vor einigen Jahren wurde als Hauptbegriff noch das Wort Frag verwendet, das meines erachtens auch besser zur Idee des gemeinsamen Punktesammeln passt, als “Kills”. Angesichts der fortschreitenden Verbreitung des Denglischen macht man mit dem Wunsch jemanden zu “killen” in unseren Gefilden nämlich durchaus deutlich, dass man diesem ans Leder will. Und überhaupt: Frags kommen nicht von ungefähr, sondern sind die weichere, die nettere Form über das Thema zu sprechen. Oder zu schreiben. Ich “kille” meine Gegner nicht, sondern ich nehme sie aus dem Spiel. Genau wie beim Brenn- oder Völkerball.

Das gesagt verwundert es mich umsomehr, wieso kaum ein deutsches Leitmedium im Bereich Spiele sich Gedanken über diese Frage macht. PC Games, GameStar , Eurogamer und wie sie alle heißen, kaum jemand hat sich die Mühe gemacht statt der Kills die Frags einzusetzen. Richtig fies ist die Umsetzung von Krawall, wo man zwar von “virtuellen Toden” spricht, aber auch vom “morden für die Entwickler”. Ein Spieler mag den schwarzen Humor hinter der Aussage vielleicht verstehen, das Such- und Auswertungs-Team eines Dr. Pfeiffer sicherlich nicht.

Es sind solche Nachrichten, die von den Massenmedien mit ihren in der Spielewelt oft unerfahrenen Redakteuren aufgegriffen und ausgeschlachtet werden. “Virtuelles ‘Killen’ hoch im Kurs”, “Virtuelle Mini-Killer” und wie der Schwachsinn auch immer heißen mag. Gerade deshalb ist es wichtig, mit der Berichterstattung keine Steilvorlagen zu liefern und sich beim texten von Nachrichten auch zu überlegen, welche Botschaften ein Nicht-Spieler aus dem Text zieht. Und dabei geht es nicht ums verharmlosen und verstecken, sondern einfach um die Vermeidung von Killerfragen. Vor allem solche von ausgewiesenen Spiele-Gegnern.



Von Orks und Nachtelfen

30 04 2009

Wir sind ja schon so einiges gewohnt. Politiker beschimpfen Spieler, sehen die Gamesindustrie als Werkzeug des amerikanischen Militärs um Soldaten auszubilden und stellen Spiele auf eine Stufe mit Kinderpornographie. Aber was die bayrische Sozialministerin sich gestern (ausgerechnet) in der Bild erlaubt hat, stellt malwieder einige Aussagen in den Schatten.

Den Bock zum Gärtner machen
Christine Haderthauer ist in Bayern für das Soziale verantwortlich. Also fällt auch der Jugendschutz, in gewisser Weise in ihr Aufgabengebiet. Vor einigen Tagen, gab sie der Münchener Ausgabe der Bild Zeitung ein Interview, wobei das Online Rollenspiel World of Warcraft die Hauptrolle spielte. Die Bild macht den Artikel mit folgender Schlagzeile auf: World of Warcraft - Haderthauer will das Killer-Spiel verbieten. Die Tageszeitung verurteilt also, ein ab 16 Jahren freigegebenes Spiel mit Elfen, Orks und anderen Fabelwesen als Killerspiel? Richtig. Deswegen hat die Minsterin vor kurzem einen Antrag ins Kabinett gebracht, um die Richtlinien der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) zu prüfen. Damit springt sie auf den gleichen Zug auf, wie Prof. Christian Pfeiffer von Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). Zu den Prüfungen, das jedes Spiel in Deutschland durchlaufen muss sagt sie:


Das verfehlt seinen Zweck, Eltern sollten sich darauf nicht verlassen. Hier wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Die freiwillige Selbstkontrolle wird von der Medienwirtschaft bezahlt und besetzt.

Mit den Kollegen aus Niedersachsen möchte sie ein Rechtsgutachten erstellen. Ziel dabei sei es, World of Warcraft verbieten zu lassen. Der Suchtfaktor spiele dabei die größte Rolle, und der wird bei den Prüfungen des USK nicht berücksichtigt. Als World of Warcraft im Februar 2005 auf den Deutschen Markt kommt, ist von dem kommenden Hype nichts zu spüren. Weder dem von MMORPGs, noch von WoW. Wobei Haderthauer ihre eigene Meinung zu USK hat.


Da findet eine Vorauswahl des Materials statt. Die schlimmsten Gewaltszenen bekommen die Gutachter oft gar nicht vorgelegt. Das Ergebnis sind Alters-Freigaben, über die die Gutachter selbst entsetzt sind, wenn sie das Spiel dann ganz sehen.

Hintergrund der ganzen Geschichte. Die CSU tritt in diesem Jahr bei der Europawahl am 7. Juni ohne ihre große Schwesterpartei CDU an. Das bedeutet, dass sie 5 % benötigt um in Brüssel einziehen zu dürfen. Bei der allgemein geringen Wahlbeteiligung und der 5 % Klausel, benötigt man populistische Aussagen um die letzten Wähler zu mobilisieren. Das wird schwer genug, schließlich steht die CSU nur in Bayern zu Wahl.



Hack durch die Hintertür

10 04 2009

Als Forenbetreiber ist man ja einiges gewöhnt. Leute, die sich gegenseitig abfucken, Leute, die Moderatoren abfucken, und Leute, die alle abfucken. Spambots zum Beispiel. Viagra Online, Cialis, BuyViagra und wie sie alle heißen. Der Kampf gegen diese oft von Maschinen gesteuerten Gegner ist episch. Captcha, Re-Captcha und Re-Re-Captcha. Das Problem ist soweit verbreitet, dass es inzwischen sogar in Videos verballhornt wird. Seit wenigen Minuten haben wir auf unserer kleinen Fanseite jedoch eine andere Dimension erreicht: den Backlink-Bot. Seine Mission ist nicht Spam, sondern der Page Rank.

Herabgestuft
Bemerkt haben wir das Ganze durch eine Herabstufung im Page Rank, die uns bitter getroffen hat. Von vier auf drei mit der Startseite, von drei auf zwei mit dem Forum. Grund genug, einmal intensiv in die Logs zu schauen und dort haben wir sie dann gefunden: massenhaft Backlinks von ominösen Seiten auf Nutzerprofile. Auf Nutzerprofile? Richtig, denn in den Profilen war eine hübsche Sammlung von Backlinks auf eine Reihe von Websites aus der Kategorie “Please go out and Fuck Yourself”. Etwa 20 Stück dieser Benutzer mit Namen wie “Cialis” oder “Hierklicken” kamen so zutage.

Fiese Masche
Ob die Herabstufung wirklich mit diesem illegalen Linknertzwerk zusammenhängt sei einmal dahingestelt, wichtig bleibt das Thema allemal. Denn die Accounts wollen nicht gefunden werden und werden es gerade bei großen Foren auch nicht. Die Masche läuft dabei wie folgt: registriert werden gleich mehrere Accounts, weil der letzte normaleweise als neuester Benutzer begrüßt wird. Also kommt pro Bot noch ein zweiter Nickname hinzu, der wenige Sekunden im Anschluss bestätigt wird. Der Back-Link-Account landet so in den Tiefen der Nutzerlisten, wo ihn auf den ersten Blick niemand findet.

Bad-Word-filter aktuell halten
Der wohl beste Schutz ist ein aktueller Bad-Word-Filter, aber auch eine Analyse der Backlinks auf die eigenen Seiten. Fall dort übermäßig häufig Benutzerprofile auftauchen, ist das ein Grund zur Sorge. Falls die Systeme zur Analyse besser ausgeprägt sind, lohnt sich auch eine Analyse der ausgegenden Links. Ist Spam dabei, sollten die Benutzer gecheckt werden.



What’s in the Box?

20 03 2009

Er macht die Augen auf,  sieht den Schriftzug “Emergency Exit” auf der Decke und findet Blut an den Handschuhen. Eine Stimme sagt ihm, dass ein Notfall gemeldet wurde und er das Gebäude verlassen soll. Als er aufstehen will, schleudert ihn eine Explosion wieder auf den Boden.

Die Geschehnisse sind sicherliche welche, die ein normaler Bürger mit 90% Wahrscheinlichkeit nie erleben wird. Aber der Namenlose Held in dem Video What’ s in the Box? ist eben in dieser Situation. Er steht auf, geht an das Fenster und sieht über einem Industriewerk einen mächtigen Sturm. Erste mysteriöse Töne sind zu hören und das Büro ist leer. Alleine diese Aktionen passieren allesamt in den ersten 30 Sekunden des Videos. Wer einige Dinge verknüpft gelangt aber zu einer großartigen Vermutung. Der Held, der aus der Ego-Perspektive gefilmt wird wacht auf, mutterseelenalleine. Welcher Held aus der Spielwelt wacht ebenfalls alleine auf? Gordon Freeman im zweiten Teil der Half Life Serie. Und wer muss einen Sturm über seiner Heimatstadt erblicken? Gordon Freeman im zweiten Addon von Half Life 2. Alles zu Zufall und ein gute gemachtes Fanvideo, oder kluges Marketing von Valve?

Wer sich das neun Minuten lange Video weiter ansieht, dem wird nicht nur die Qualität des Films auffallen. Sondern auch die vielen parallelen zum Blockbuster von Valve. Eine verlassene Stadt, ihn jagende Polizisten und Effekte aus den Spielen weisen eigentlich darauf hin, dass dieser Film mehr sein muss als ein einfaches Fanvideo. Sogar eine eigene Homepage mit einer niederländischen Domain wurde eingerichtet. Dies weist aber auch darauf hin, das Valve doch nicht die Finger im Spiel hat. Denn warum sollte das Unternehmen eine Domain aus unserem Nachbarland reservieren? Und warum ist teilweise die Musik aus der ABC Serie “Lost” zu hören, woran Valve keine Rechte besitzt?

Also doch “nur” ein Fanvideo und kein Hinweis auf Half Life 3? Allem Anschein nach, ja. Aber trotzdem bleibt ein Eindruck, der noch einige Zeit im Langzeitgedächtnis gespeichert werden sollte. Denn dieses Video ist es Wert angeschaut zu werden.  Die Effekte, der Ton, die Handlung und überhaupt das Gesamtpaket passen einfach zusammen. Vielleicht waren die Spekulationen einfach nur Hoffnungen. Hoffnung auf einen neuen Teil der Serie. Hoffnung malwieder etwas spielen zu können, bei dem die Handlung den Spieler in ihren Bann zieht. Hoffnung, ein Spiel mit mehr als zehn Stunden Spielzeit zu kaufen. Hoffentlich enttäuscht uns Valve nicht und bringt bald Informationen zum Titel online. Denn kein Spiel erwarte ich momentan mehr, als Half Life 3.



Ins Blaue geschrieben

22 02 2009

Eigentlich hatte ich für heute Abend geplant, eine kleine Zusammenfassung der letzten News zu Battlefield 1943 zu schreiben. Sieht man einmal von einigen eher langweiligen Berichte aus den vereinigten Staaten ab, war der Bericht in der aktuellen Ausgabe der GameStar als Aufhänger geplant, doch daraus wird nichts. Der Beitrag ist zu schlecht und zu meinungsgeladen. Dazu hält er nicht was er verspricht und weil unsere Reaktion ebenso meinungsgeladen ist, landet sie im Blog.

Fangen wir von vorne an: Im Internet angekündigt war ein Schwerpunkt, in dem “analysiert wird warum die Marke in drei Spiele aufgeteilt wird”, und von einem solchen Schwerpunkt kann man wohl mehr als eine Seite Text erwarten. Gut, im Grunde genommen sind es fünf Seiten, von denen jedoch vier mit den Portraits von Battlefield 1943, Battlefield Heroes und Bad Company 2 befüllt sind. Echten Fans der Serie sind die dort gegebenen Informationen längst bekannt.  Bleibt eine kümmerliche Seite Analyse, die jedoch keine ist und keine sein kann. Denn nicht einmal wir könnten zum jetzigen Zeitpunkt eine erstellen.

Was im ersten Moment sicherlich vermessen klingen mag, liegt an dem einfachen Umstand, dass über das Spiel Bad Company 2 bis zum jetzigen Zeitpunkt außer den Plattformen (PX, XBox360, PS3) und einem Screenshot nichts bekannt ist. Um das Spiel in die Serie einordnen zu können fehlen grundlegende Infos wie maximale Spieler- und Kartenzahl, das genaue Szenario und etliche weitere Details. Vielleicht ist Bad Company 2 ja der von vielen so heiß erwartete Battlefield-2-Nachfolger, der eine ähnliche Spieltiefe und einen ähnlichen Umfang bietet?

Und dennoch stellen Fabian Siegismund, Petra Schmitz und Daniel Matschijewski genau diesen Punkt in Frage und reduzieren ihren Beitrag auf das bereits aus dem Internet bekannte Bashing gegen 1943. Im Wortlaut heißt es hier unter anderem: “Nun entwickelt DICE drei Titel mit drei unterschiedlichen Schwerpunkten für drei verschiedene Zielgruppen. Battlefield Heroes für Gelegenheitsspieler, Battlefield 1943 für ambitionierte Gelegenheitsspieler und Bad Company 2 für… ja für wen eigentlich? Serien-Veteranen vermissen bei allen drei Titeln die Spieltiefe und die Team-Komponente…”

Serien-Veteranen? Spieltiefe? Welcher Serien-Veteran kann denn anhand eines Trailers etwas über die Spieltiefe von 1943 sagen? Und wie kann man eine Analyse durchführen, wenn man selbst als Spielemagazin keine Ahnung hat,  worum es in BFBC2 gehen wird? Wie kann man 1943 als Spiel für ambitionierte Gelegenheitsspieler bezeichnen, wenn es  - einmal von der Begrenzung auf 24 Spieler abgesehen - alle klassichen Elemente der Serie mit sich bringt. Das Stein-Schere-Papier-Prinzip mit Fahrzeugen, Flugzeugen und Schiffen. Den Conquest-Modus und sogar eine Clanfunktion, die sich so viele eSportler für Bad Company gewünscht habe. Noch fragen? ich jedenfalls schon.

Als wäre diese Kategorisierung nicht schon schlimm genug, wird auch die Frage nach der Entstehung von 1943 in keinster Weise berücksichtigt. Wie Producer Patrick Liu, der im Bericht übrigens für ihn äußerst unvorteilhaft zitiert wird, jüngst festgehalten hat, war 1943 eher ein glücklicher Betriebsunfall einiger Spielentwickler mit zuviel Freizeit, als ein langfristig geplantes Projekt.  Das wird genauso wenig erwähnt wie dessen Aussage, dass der Pazifik-Shooter der erste Vollpreistitel im Low-Budget-Segement sein wird, der ausschließlich digital distribuiert wird. Für einen Artikel, der sich mit der Aufteilung einer starken Marke beschäftigt, ist das aber wohl einfach nicht wichtig genug. Für mich schon, denn es bei dem Titel - anders als bei Heroes - nicht um eine neue Zielgruppe, sondern um eine Käufergruppe.

Während Heroes auf Low-Budget-Rechner und Casual-Gamer ausgerichtet ist, liegt mit 1943 ein Produkt vor, wie es auch Battlefield 2 ist. Nur eben abgespeckt um einige Karten und Klassen. Auf Strike at Karkand rennen auch nur Sanitäter durch die Gegenend, obwohl es genügend andere Klassen gibt. Und der Wegfall von Medic und Supporter muss in punkto Taktik und Gameplay (anders als im Text beschrieben) noch gar nichts heißen. Nicht gestellt wird die eigentliche Kernfrage: ist 1943 der Anfang des koreanischen Modells für den europäischen Markt? Kommt jetzt das Battlefield im Baukasten-Format, bei dem die Pazifik-Episode den Start markiert und über den Button “Download Content” Europa und Afrika nachgekauft werden? Wie kann man solche Fragestellungen in der Analyse vergessen?

Und so könnte ich jetzt noch den gesamten Abend weiterschreiben, beschränke mich jedoch auf den Text von Petra Schmitz zu Bad Company 2. Weil man darüber noch nichts weiß, aber dennoch eine Seite befüllen musste, gibt es einen kompletten Bericht über Aufbau, Ablauf und Spielmodi von Bad Company 1.  Spannung sieht anders aus, dazu ist der Text schamming. Als neues Kernelement wird nämlich “zerstörbares Terrain genannt, das es auch für Battlefield 1943 geben soll“. Zerstörbares Terrain? Sind hier vielleicht Objekte wie Häuser gemeint, oder hat sich da aus versehen eine Breaking News in einen Nebensatz eingeschlichen? Denn eine wirklich zerstörbare Umgebung mit Bombentrichtern und anderen Spielereien wäre eine Sensation, von der im Trailer bisher nichts zu sehen ist. Da fallen die Bomben in gewohnter Manier auf den Boden. Lassen wir uns einfach überraschen, aber sicherlich nicht von diesem Beitrag.



Die Tücken der Technik

21 02 2009

Mit dem Internet ist das so eine Sache. Hat man sich einmal entschlossen, eine Website ins Leben zu rufen, bedeutet das im Falle eines Erfolgs eine ganze Menge Arbeit. Wie auch der Rechner zuhause, wollen Server und installierte Software überprüft, gewartet und aktualisiert werden. Oft können diese Updates schnell und einfach eingespielt werden. Wir reden hier von fünf bis zehn Minuten und drei Klicks auf Buttons. Es gibt jedoch auch größere Updates. Ganz neue Versionen einer Software und da werden aus Minuten schon einmal schnell Tage, oder Wochen. Im Falle unseres Forums glaube ich inzwischen jedoch eher an Monate.

Wie alles begann
Angefangen haben wir mit Invision Power Board 1.0 und seitdem einiges damit gemacht. Ein eigener Skin, zahlreiche selbst geschriebene Erweiterungen und nicht zuletzt die Brücke zum Mediawiki. Hunderte, wenn nicht tausende Stunden sind ins Design des Boards geflossen, das in unseren Augen seines gleichen sucht. Und das alles, steht nun auf der Kippe, weil die dritte Auflage der Foren-Software anscheinend nicht kompatibel zur alten ist. Das Ergebnis von zwei Testinstallationen der Beta war ernüchternd. Eigentlich ist “erschreckend” das bessere Wort, denn danach funktioniert nichts mehr.

Kleine Katastrophe
Eigentlich ist das Update eine tolle Sache. Das Forum bekommt sprechende URLs (die Google ganz dolle mag), es sind neue Funktionen enthalten und das Funktionsdesign passt ins Jahr 2009. Es gibt jedoch ein Problem: unsere Skins werden nicht übernommen. Das liegt im Wesentlichen an der Umstellung der Software auf Tabellenfreies Webdesign. Ebenfalls gut für Google, aber eine Katastrophe für BF-Games. Die Erstellung eines neuen Skins ist ohnehin aufwendig und dauert Wochen. Mindestens, denn so umfangreichen Code mit tabellenfreiem Design zu durchschauen ist wahnsinnig viel Arbeit.

Komplexes Konstrukt
Zum besseren Verständnis möchte ich das Prinzip kurz erklären: den Code muss man sich als Gerüst vorstellen, das mit bestimmten Werten und Attributen versehen ist. Wie breit ist die Seite, wie hoch ist die Seite, welche Größe haben einzelne Elemente. Bisher waren diese Werte im Code hinterlegt und so konnte man auf einen Blick sehen, was wie groß ist und wo es hingehört. In der neuen Version ist das nicht mehr so. Es gibt eine Datei für das Gerüst und eine zweite, die dem Gerüst sagt, wie es sich verhält und wie groß es ist. Und hier liegt das Problem, denn wir sprechen hier von hunderten Einträgen. Das zu verstehen, wird alleine einige Tage oder Wochen dauern.

Wahnsinnige Enttäuschung
Im ersten Moment herrscht deshalb wahnsinnige Enttäuschung vor. Den Schrott auf die neue Version müssen wir gehen und es ist verständlich, dass die technischen Grundlagen dem Zeigeist und dem neuesten Stand der Entwicklung angepasst werden. Es ist jedoch einfach nur deprimierend, alle zwei Jahre von vorne anfangen zu müssen. Schon einmal, im Jahr 2005, stand ein solcher Neuanfang nach dem Wechsel von IPB1.0 auf IPB 2.0 an und wir hatten gehofft, dass es dieses Mal anders wird. Ist es aber nicht und das kann - vor allem angesichts der Umstellung des Designs - demotivieren.  Für alle Interessierten habe ich abschließend Screenshots gemacht, die zeigen wir schmerzlich der Eingriff ist:

Forum jetzt

Forum jetzt

Forum nach dem Update

Forum nach dem Update

Ihr seht ja selbst: schön ist das nicht :/



Huch ein neues Battlefield?!

8 02 2009

“Ohh, ein neues Battlefield. Das ist ne echt gute Marke, die letzten Serienteile waren ja echte Knaller. Wow, ein Remake des wohl besten Teils 1942 im Pazifikgewand. Klasse nur 19,99 € das kaufe ich mir sofort”. So oder zumindestens so ähnlich werden wohl viele Gedankenzüge im Herbst 2009 aussehen. Der neuste Battlefield Teil spaltet malwieder die Community in drei Lager. Die Befürworter, die dem neusten Werk von DICE völlig offen gegenüberstehen. Die Gegner, welche lieber ein Battlefield 3 mit mehr Realismus sehen möchten, und der Gruppe der irgendwie alles egal ist. Nimmt man uns neutrale Redakteure mit rein haben wir vier Gruppen die Battlefield 1943 zu einem Streitobjekt par excellence machen.

Der Blick über den Tellerrand

Aber mal abgesehen von der Community, haben wir uns in anderen Foren und Gemeinschaften umgesehen um von der eigentlichen Zielgruppe Feedback einzuholen. Dort fällt verblüffendes sofort ins Auge: Die gleiche Konstellation wie in der Battlefield Szene. Auf großen Gamersammelpunkten wie Gamestar.de, Giga.de oder PCGames.de ist festzustellen das der allgemeine Zocker EA verurteilt malwieder eine Serie auszuschlachten. Dabei ist die Vermutung garnicht so falsch, denn mit Heroes und 1943 schmeißt man relativ gleiche Titel zur selben Zeit auf den Markt. Beide Spiele sollen im Sommer 2009 erscheinen -Heroes mit einem Jahr Verspätung- und konkurieren sich förmlich damit gegenseitig. So zumindestens der Plan, aber da diese sowieso nie eingehalten werden kann man damit rechnen dass Battlefield 1943 im Herbst auf den Markt kommt.  Trotzdem sind die Kunden verärgert: ein billiger Abklatsch ist dort zu lesen oder eine Schande für 1942. Worte die nicht aus der jahrelang, treuen Battlefield Community stammen sondern vom neutralen Kunden. Doch die Hauptkritikpunkte ähneln sich. Commicgrafik, unendlich Munition, Matchmaking System und nur drei Karten sind hier wie da eine großes Thema. Ein Eintrag brachte uns dann doch zum schmunzeln. “ Es gibt sicherlich dann bald, -oder sofort- eine Mod der das Spiel wie BF 1942 wirken lässt”

Battlefield 1943 - Das Marketingidol

Eigentlich wäre es so einfach. Kurz nach der Veröffentlichung von Battlefield 1943 schmeißt DICE den Editor für jenes Spiel auf den Markt. Modder stürzen sich mit großen Erwartungen auf die neue Frostbite Engine. Das neue Zerstörungsfeature würde mindestens genauso genutzt werden wie umwerfende Soundkulisse. Nach einem halben Jahr basteln und ausprobieren kommt Battlefield Bad Company 2. Modifikation würden ihre Werke auf einige Änderungen anpassen und das Spiel würde hochqualifizierte Mods bekommen, schon kurz nach dem Release. Nicht nur Spieler wären zufrieden, sondern auch der Publisher und Entwickler. Ihr Spiel bleibt in den Medien und verbreitet sich über Mundpropaganda. Denn wer Mods wirklich spielen möchte, brauch den Onlinemodus. Wer Online zocken möchte, brauch zwingenderweise ein Orginalspiel. So kann man die Reihe noch weiterspinnen, doch mit 75 % Wahrscheinlichkeit wird sie leider nie eintreffen. Wie in der Einführung beschrieben werden aber Millionen von Gamern über Battlefield 1943 stolpern. Unbewusst, uninformiert und eigentlich uninteressiert. Dennnoch wird man zuschlagen. Die Verlockung einen eigentlichen großen Namen für wenig Geld zu bekommen ist zu groß. Schnell sind die 400 MB auf der Festplatte, das Spiel installiert. Und je nachdem welcher Zockergattung man angehört liegt das Spiel entweder in der Ecke oder wird ein Dauerbrenner. Denn eins ist sicher: Core Gamer werden zum großen Teil nicht mit Battlefield 1943 zufrieden sein. Doch Casual Gamer werden an die Serie herangeführt. Mit einem Hinweis auf Bad Company 2.

Fazit

Battlefield 1943 wird sich wahrscheinlich sehr gut verkaufen. Battlefield 1943 wird mit Sicherheit kein Flop werden, allerdings wird es dem lange Jahre treuen Veteranen nicht gefallen. Doch das ist nicht das einzige Problem, der nicht vorhandene Editor ist das eigentliche Steckenpferd. Denn andere Spiele (wie die gesamte Plattform von Valve) schlafen nicht und holen sich die Modder auf ihre Seite. So einige Gamer haben sich Battlefield 1942 nur für Desert Combat und Forgotten Hope gekauft, bei Battlefield Bad Company 2 wird es anders aussehen. Über was sollen wir auf unserer Startseite berichten, wenn es nur noch wenige Mods gibt? Die Kommentare würden sich im einstelligen Bereich befinden, wenn wir über den neusten Downloadcontent berichten würden. Wie es in den nächsten Monaten weitergeht ist noch noch völlig offen, doch welche Richtung EA/DICE einschlägt ist extrem wichtig für die Community und das weiterleben der Battlefield Serie.



Wiki, oder wie, oder was?

6 02 2009

Langsam aber sicher bin ich am verzweifeln. Es gibt dort draußen so viele Spieler, Filmer, Mapper und Modder für die Battlefield-Serie. Und niemand von denen - so scheint es zumindest - hat zwei oder drei Minuten Zeit für unser Battlefield Wiki übrig. Warum nur? In der großen Wikipedia klappt es doch auch und eine kollaborative Sammlung von Wissen lebt nun einmal von der Beteiligung vieler. Wenn alle Einträge im Wiki vom Team gemacht werden, können wir auch zu statischen Websites zurückkehren. Und die haben gegenüber der Mediawiki-Software einen entscheidenden Vorteil: Man kann sie wirklich ordentlich gestalten.

Eigentlich möchten wir aber gerne beim Wiki bleiben, denn eine wirklich gute und allumfassende Sammlung von Wissen über die Battlfield-Serie fehlt schon lange. Und auf keinen Fall kommen wir dem Ziel der großen Online-Enzyklopädie näher, wenn wir versuchen sie alleine zu schreiben. Wir sind auf Beteiligung angewiesen, doch langsam frage ich mich ob da jemals noch etwas kommt. Und wenn nicht, woran liegt es? Am Login, an der komischen Formatierung oder einfach an Lustlosigkeit? Ich weiß es nicht, starte jetzt aber mal eine Umfrage.



Twitter stinkt

26 01 2009

Richtig viel los ist in diesem Blog nicht, was sich im Wesentlichen am Arbeitsaufwand der Hauptseite festmachen lässt. Wenn man so eine Seite einmal fünf oder sechs Jahre im Netz hat, ist eigentlich alles Baustelle. Dazu müssen jeden Tag News gesucht und geschrieben werden. Zeit bleibt da nicht wirklich übrig und vor allem nicht für Bloggen. Und als wäre nicht bereits genug Arbeit da, haben sich ein paar Online-Junkies etwas ganz tolles einfallen lassen: Twitter. Ein völlig bekackten Online-Dienst, der genau zwei Zwecke verfolgt: Backlinks für die Suchmaschine zu generieren und das Internet mit noch mehr Datenmüll zuzuballern. Denn im Gegensatz zu ICQ, IRC und Co. wird dieser Chat sorgfältig dokumentiert.

Aber fangen wir von vorne an. Als Twitter gestartet wurde, ging das Tool den meisten Menschen noch am Arsch vorbei. das lag ganz einfach am Konzept. Jeder Benutzer konnte schreiben, was er gerade macht, und alle anderen konnten das lesen. Und weil diese Idee des Massive-Multiplayer-Chats so vielen Leuten Spaß gemacht hat, konnte man bald gar nichts mehr lesen. Denn durch die Massen an Spam war es praktisch unmöglich mit dem Ticker schritt zu halten. Also wurde Twitter umgebaut und mit einem neuen Konzept versehen. Nach einer Registrierung kann man zwar immer noch etwas schreiben und es gibt auch noch die Public Que, aber die ist nicht mehr wichtig. Heute dreht sich alles um “Follower”. Man sucht sich spannende Personen und folgt ihnen zukünftig in dem man ihre Tweets abonniert.

Das Problem an der Sache gestaltet sich wie folgt: Die große Mehrheit der Leute auf Twitter schreibt nichts interessantes, sondern spielt Bullshit-Bingo. “Ich finde dies toll, ich mache gerade jenes und eigentlich wäre ich liebsten gerade irgendwo anders”. Langweilig ist noch eine nette Umschreibung, aber wie das mit dem meisten Web2.0 Schreißdreck ist, kommt man heute nicht mehr darum herum. Bei elxx habe ich gelesen, dass der DICE CM und der Battlefield Heroes CM auch dort registriert sind und Updates einstellen. Und weil man als Schreiber immer auf dem neuesten Stand sein möchte, haben wir uns auch einen Account angelegt. Andere sind uns da bereits voraus und pflegen ihre Nachrichten bereits fleißig als tweets ein, sammeln “Follower” und erschließen neuen Zielgruppen. Und was noch viel wichtiger ist: sie generieren Backlinks. Da möchte man jubilieren und im Dreieck springen. Endlich noch ein Kanal zur Kommunikation!

Bullshit! Zeit ist heutzutage ein kostbares Gut und als wenn es nicht schlimm genug wäre, sich in Netzwerken wie Facebook, Linkin, Xing und Technocrati präsentieren zu müssen, kommt jetzt auch noch dieses Sinnlos-Tool hinzu.  Und dank der Möglichkeit von Tags und Keywordoptimierung wird es auch noch genutzt. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, an der spätestens in einem Jahr niemand mehr vorbeikommt. Aber wieso? Wieso nimmt Google diese Ergebnisse überhaupt zur Kenntnis? Könnten die Macher dieser inzwischen allmächtigen Suchmaschine nicht einfach dieses eine Mal verzichten, oder sogar die rote Karte ziehen? Es würde ja auch kein Mensch darauf kommen Chatlosg zu speichern. Ganz einfach weil in neun von zehn Fällen nur Scheiße drinnen steht. Aber was soll’s. Noch ein Link mehr auf der ohnehin schon zu lagen Liste von Dingen, die die Welt nicht braucht. Vielleicht stellen wir das Blog also einfach ein. Eure Meinung dazu könnt ihr uns ja einfach twittern.

Nachtrag: Andy Strauß bringt es auf den Punkt ;)



Wahlwerbung 2.0

3 11 2008

Barack Obama ist in jedem Fall ein besonderer Kandidat für das Amt des Präsidenten. Und damit ist nicht nur gemeint, dass er der erste Schwarze wäre, sondern vor allem sein Wahlprogramm und die Art, es zu kommunizieren. Über seinen neuesten Coup hat ja bereits Stefan Niggemeier geschrieben und es kaum mehr etwas zu sagen. Doch da ist noch ein zweiter Obama, oder besser gesagt sein Stab aus Beratern. Und dieser zweite Obama versteht sich darauf auch Menschen anzusprechen die mit Politik nicht viel am Hut haben.

Da wäre die Werbung in Spielen wie Burnout Paradise und inzwischen ungezählte Spots, die ihren Weg über das Internet in die Wohnzimmer der Menschen finden. Einer davon hat es inzwischen auf 3,5 Millionen Abrufe und 10.000 Kommentare bei YouTube gebracht. Thema ist eine Bierwerbung, oder besser gesagt die Darsteller des Budweiser-Spots und wie sich heute durchs Leben schlagen. Angereichert mit jeder Menge Realsatire auf das Leben und die aktuellen Entwicklungen in den Staaten.

Einigen dürfte “Wassup” wahrscheinlich noch bekannt sein, hielt sich der Spot doch wochenlang in den Hitlisten der besten Werbespots. Der Einfachheit halber habe ich Original und Fortsetzung untereinander gehängt. Und erst nachdem man beide gesehen hat wird deutlich, wie gut es den Strategen Obamas gelungen ist die großen Probleme dieses noch größeren Landes in Form der vier Freunde zu thematisieren. Kurz und knapp zusammengefasst in einem Spot, der über die Grenzen des Landes hinaus für Aufmerksamkeit sorgt.

Angesichts dieser Bilder ist es kein Wunder, dass McCain & Co. kaum noch passende Antworten einfallen. Ob es am Ende auch den Sieg einbringt muss der morgige Tag zeigen.