
Wir haben es geschafft! Oder besser gesagt: ihr habt es geschafft. Denn nur dank eurer Unterstützung haben wir den
Community Award 2011 in der Kategorie Battlefield gewonnen. Nach dem Jahr 2006 – damals für besonderes Engagement im Bereich der Battlefield Community – werden den Preis im August während der Gamescom in Empfang nehmen. Verlost wird wie versprochen das Merchendise-Paket, von dem wir allerdings noch nicht wissen was drinnen steckt und wann es ankommt. Vorab jedoch schon einmal so viel: oben drauf kommen noch einmal ein paar Battlefield-Shirts aus unserem Bestand sowie ein Sammlerstück aus der Kategorie Battlefield 2.
Zehn Jahre Battlefield
Das gesagt, möchte ich rückblickend auf die Nachrichten vom Wochenende die Gelegenheit nutzen, um noch einmal auf das Thema Community selbst einzugehen. Auf das, wodurch sich Community in unseren Augen auszeichnet. Auf die Dinge, die sich in den letzten Jahren verändert haben, und auf die Probleme, die sich daraus ergeben. Das alles resultiert aus dem Selbstverständnis unserer eigenen Arbeit, die geprägt ist von zehn Jahren Battlefield. Denn mehr als zehn Jahre ist es inzwischen her, dass die ersten Bilder zu Battlefield 1942 gezeigt wurden. Eine verdammt lange Zeit, in der sich wirklich viel getan hat. Bei uns, bei anderen Fanseiten und nicht zuletzt bei DICE und EA.
Sammler und Jäger
Wenn ich zurückschaue auf die Zeit, war die Motivation damals eine andere. Fanseiten waren eine Ansammlung von Wissen. Das galt für Inhalte und Funktionsumfang wie für technische Probleme. Akribisch wurden Maps, Fahrzeuge, Flugzeuge, Waffen und Klassen katalogisiert, während technikbegeisterte Spieler das Dateisystem analysierten. Community bedeutete, über Doppel-Tab die Ingame-Konsole zu erforschen und auszuprobieren, was die vielen Befehle eigentlich so bewirken. Community bedeutete auch, Tipps und Tricks zum tweaken von .con Dateien zu verteilen und darüber zu diskutieren. Selbstverständlich bedeutete Community auch, eigene Modelle, Texturen, Level und Mods zu erstellen. Und daran hat sich bei Battlefield 1942 bis heute nichts geändert.
Informationsflut
Geändert haben sich nach und nach jedoch viele Kleinigkeiten. Im Gegensatz zu früher redet DICE heute mit uns. Erst über Community-Manager aus den Reihen der Entwickler, dann durch das gesamte Team und zuletzt über einen eigenen Community Manager, der mit Entwicklung nichts mehr am Hut hat. Ein PR-Profi, der seine Social-Media-Tools bedient wie ein Auto-Mechaniker seinen Werkzeugkasten. Und die Fanseiten: mutieren immer mehr dazu, Informationen aus diesen Kanälen über ihre Seiten zu schleusen. Unkommentiert, ungefiltert, ungeniert. Früher hätte es sowas nicht gegeben, allerdings weniger aufgrund einer anderen Denke, sondern vielmehr weil es keine Informationsschwemme in diesem Ausmaß gab. Informationen zu bekommen war eine Kunst.
Die Marketing-Maschine läuft
Von dieser Kunst ist heute wenig übrig geblieben. Denn vieles, was früher akribisch gesucht und gesichtet werden musste, kommt heute direkt aus der Zentrale. Bevor ein neues Spiel oder Addon live geht, werden Maps, Klassen und Waffen in kleinen Media-Happen verteilt. Genauso die Infos zu Technik und Funktionen. Kurze Tweets, kurze Texte, kurze Abstände. Erdacht in den tiefsten Höllen der Marketing-Abteilungen ist dieses Prinzip beileibe nicht auf die Battlefield-Serie beschränkt. Denn es ist die richtige Droge für für die informationshungrigen Spieler des Smartphone-Zeitalters. Für Fanseiten hat es allerdings ein Umdenken bedeutet. Informationen werden nicht mehr gesucht, sondern veredelt. Deshalb gibt es heute Trailer-Analysen und Detailrecherchen von Waffen, denn Trailer und Screenshots hat schließlich jeder.
Willkommen im Wiki-Zeitalter
Betrachtet man diesen Teil des Wandels alleine, ist er gar nicht einmal so schlecht. Was früher wie Gollums Schatz akribisch von einigen wenigen Webmastern gehütet wurde, findet sich heute oft in Wikis wieder. Mir geht es jedoch um das Gesamtbild. Wie Community aussieht, ist nämlich immer weniger ein lebendes Experiment, sondern ein gesteuerter Prozess, ein Teil eines Marketing-Budgets und ein Abschnitt im wöchentlichen Bericht über die Aktivitäten. Was denkt die Community, was will die Community und – vor allem – wie reagiert sie auf unsere Marketing-Maßnahmen? Für Publisher, die hunderte Millionen Euro in Werbebudgets stecken, ist diese Betrachtung absolut legitim, doch ich persönlich bin ungern fremdbestimmt und gesteuert.
Ausgetüftelt
Und diese Aspekte bringen mich zurück zu meinem einleitenden Vergleich mit Battlefield 1942 und der Motivation hinter einer Fanseite. Zählt man die Titel aus der Play-4-Fee (das R fehlt übrigens absichtlich) Serie mit, wird mit Battlefield 3 im Herbst dieses Jahres das elfte Battlefield erscheinen. Und wenn es erscheint, wird bis auf ein paar Tipps und Tricks zu den Maps bereits alles bekannt sein. Es wird keine Tüftler geben, die in den Spieldateien wühlen bis sie Fahrzeuge schweben lassen können. Es wird keine Grafiker geben, die aus und Jux und Dollerei Hippie-Skins auf die Fahrzeuge malen. Es wird keine serverseitige Mods geben, und wer Battlefield 3 auf einer LAN spielen möchte, braucht dazu zwingend Internet und genug Freunde. Denn Coop gibt es auch nicht.
Neue Blickwinkel
Es wird keine zusätzlichen Karten geben, wenn DICE und EA keine per Patch oder DLC Nachreichen, dazu wird die Zahl der wirklich guten Machinimas so überschaubar sein, wie die für Bad Company 2. Und was wir an Filmen sehen, wird mit einer überschaubaren Zahl an Kameraperspektiven ausgestattet sein. Denn wirklich epische Einstellungen, wie sie in Kombination mit der Demofunktion und Fraps möglich waren, wird es nicht geben. Hoffentlich – denn wer braucht eigentlich noch eine Ingame-Konsole – wird sich das HUD ausschalten lassen, damit in den halbwegs passablen Filmen nicht doch ab und an die Nametags auftauchen. Das alles gesetzt den Fall, es finden sich überhaupt noch Filmer, die mit Battlefield 3 mehr als Fragmovies aufnehmen wollen.
Oldschool
Bevor nun der Aufschrei all derer erfolgt, die keinen dieser Punkte mehr hören können, möchte ich noch einmal an den Kern der Botschaft erinnern: die Community. All diese Punkte waren früher der Kern der Community, als noch nicht jede Woche Gewinnspiele und Aktionen veranstaltet werden mussten. Abseits von Wallpapern und Zeichnungen sind all diese Punkte die Elemente, die einmal das Herzstück von Community waren. Natürlich geht es auch ohne – wir können ja jede Woche die neuesten HD-Wallpaper und Bla-Bla-Interviews zusammenfassen – aber das wollen wir nicht. Wir haben keine Lust darauf, ständig dieselben Nicht-Informationen wiederzukäuen. Wir wollen Schwachsinns-Mods und geile Videos. Und zwar ganz einfach weil es geht.
Verkalkt und senil
Natürlich haben wir als Fanseite kein Recht darauf, doch wir nehmen uns das Recht heraus die Dinge beim Namen zu nennen. Lob, wo Lob angebracht ist, aber auch Kritik, wo wir sie für richtig erachten. Und gerade diese Kritik wird oft falsch verstanden. Selbstverständlich wird Battlefield 3 ein bombastisches Spiel. Ein Soundfeuerwerk vor atemberaubender Kulisse, das mit viel Hirnschmalz, Hingabe und Herzblut umgesetzt wurde. Das alleine reicht jedoch nicht. Bis auf das Stein-Schere-Papier-Prinzip ist eigentlich kaum noch etwas übrig vom klassischen Battlefield. Und vielleicht muss das angesichts einer neuen Generation von Gamern auch so sein. Und vielleicht bin ich inzwischen auch nur komplett verkalkt und sollte einfach meine Klappe halten. Doch ganz so einfach ist das nicht.
Generationenkonflikt
Es ist schade, dass keine Serverfiles veröffentlicht werden – und dabei geht es nicht nur um Mods und Maps. Es ist schade, dass weder LAN noch Coop vorhanden sind, denn es gibt – und das lässt sich alleine anhand unserer Suchstatistik nachweisen – tausende Nutzer. Und es wäre schade, wenn keine ordentliche Demofunktion enthalten wäre. Denn ich blicke zurück auf hunderte, nein tausende Momente, in denen ich einfach nur darüber gestaunt habe, was man mit diesem Spiel alles anstellen kann. Das alles wird es in Zukunft so nicht mehr geben und deshalb drücke ich – wie viele andere Verkalkte – an manchen Stellen mein Bedauern aus. Das kann anstrengend sein, aber so sind alte Menschen nunmal. Deshalb möchte ich – auch im Namen des Rests – bei der jüngeren Generation um Verständnis bitten. Also einfach weghören, wenn wir Alten mal wieder vom Pixel-Krieg erzählen ;)
Danke!
In diesem Sinne: D-A-N-K-E für den geilen Support, für eure verückten Ideen und für euer Kreativpotenzial beim Ersinnen neuer Threads im Offtopic. Danke für eine coole Community, die während der letzten sieben Jahre zu so etwas wie meinem virtuellen Wohnzimmer geworden ist. Danke an alle aktiven Helfer im Bereich des Forums, der News und der Technik, in deren Namen ich hier täglich solchen Unsinn verzapfen kann. Danke für die letzten Jahre und auf die nächsten zehn!
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