
Videospiele in der deutschen Öffentlichkeit. Das passte bisher nur bedingt zusammen. Solange Spieler gewaltfreie Games daddeln, ist für die meisten Menschen alles in Ordnung. Fifa, Die Sims oder alles was mit der Wii zu tun hat kommt in der Gesellschaft gut an. Total anders sieht es da dann schon bei Titeln mit Gewalt oder Suchtpotenzial aus. Wenn schließlich noch Blut spritzt, ist bei vielen Menschen eine Schwelle übertreten und Videospiele werden kategorisch abgelehnt. Die Medien haben sich dabei nicht gerade zurückgehalten. Auch (und manche mögen sagen, gerade) das "Zweite Deutsche Fernsehen" (ZDF) handelte so. Doch es gibt Veränderungen.
Von A wie Amokläufer...
Ungewöhnlich ruhig war es nach dem Amoklauf in Norwegen in der deutschen Politiklandschaft. Obwohl der Täter Spiele wie Call of Duty: Modern Warfare 1/2 und World of Warcraft ansprach, gab es keine Reaktion. Das war bisher ungewöhnlich, wenn man sich die letzten Amokläufe in Deutschland in Erinnerungen rief. Auch die Medien hielten sich zurück. Keine Dokumentationen, keine Talkrunden und auch keine Schlagzeilen. Vielleicht lag es an der bevorstehenden Sommerpause der Politiker oder an einem Wandel der Gesellschaft, die auf plakative Überschriften nicht mehr anspringt. Was es wirklich war wird erst verständlich, wenn die nächsten Taten folgen werden.
...bis Z wie ZDF
Umso stärker ist hinter diesem Hintergrund das Programm vom ZDF zu betrachten. Denn der öffentlich-rechtliche Fernsehsender hat sich dazu entschlossen am Samstag, den 20.8 von der GamesCom den ersten Spieltag der Electronic Sports League (ESL) Pro Series zu übertragen. Allerdings über seinen Spartensender ZDF Kultur. Dieser kann im digitalen TV empfangen werden oder über das Internet per Zattoo. Laut der Vorschau wird die Sendung "FTW - For the win" genannt und neben den Spielszenen auch mit Hintergrundberichten und Gesprächen begleitet. Als Moderatorenduo konnten zwei bekannte Gesichter gewonnen werden. Die beiden ehemaligen Giga Moderatoren Viola Tensil und Colin Gäbel werden durch die Sendung führen. Zu den Spielen zählt unter anderem Counterstrike, StarCraft, FIFA und TrackMania. Je nach Erfolg wäre also vielleicht auch eine weitere Zusammenarbeit denkbar. Darüber werden aber nur die Quoten entscheiden. Wer also den eSport in Deutschland fördern möchte, sollte einschalten. Die Sendung beginnt um 22.30 und streckt sich über zwei Stunden.
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