
Dreieinhalb Jahre ist es her, dass ein gewisser Dr. Jens Uwe Intat
behauptet hat, im Jahr 2016 würden sämtliche Unterhaltungsmedien herunter geladen. CDs, DVDs und verpackte Spiele sollen dann so antiquiert sein wie Kassetten und Vinylplatten. Nun ist dieser Dr. Intat nicht irgendwer, sondern der Senior Vice President für Publishing-Aktivitäten bei Electronic Arts. Und ausgekramt haben wir sein Zitat, weil der größte Publisher der Welt diesem Ziel schon einen ganzen Schritt näher gekommen ist. Mit der hauseigenen Plattform EA Store, durch Kooperationen mit Online-Plattformen für den Kauf von Spielen und jetzt auch mit Steam.
Viele Wege führen nach Rom
Aber fangen wir vielleicht besser von vorne an. Im Blog auf der offiziellen Battlefield-Seite ist
seit gestern zu lesen, dass die Battlefield 2 Complete Collection ab sofort auch bei Steam und Direct2Drive erhältlich ist. Das alleine ist eigentlich noch keine Nachricht, handelt es sich dabei doch um einen mehr als vier Jahre alten Titel, der inzwischen bei Amazon
für 19,99 Euro zu haben ist. Käufer der Online-Version, die neben Steam übrigens auch bei deutschen Anbietern wie Gamesload
erhältlich ist. Einen echten Preisvorteil bietet der Kauf über den digitalen Distributionsweg jedoch kaum, denn der Preis ist überall derselbe wie für die DVD mit Verpackung.
Digitale Distribution auf dem Vormarsch
Spannend ist die Nachricht dennoch, denn neue Verkaufsplattformen bedeuten neue Zielgruppen. Vor allem über Steam werden ähnlich der Online-Marktplätze für PS3 und Xbox inzwischen viele kleinere Spiele direkt gekauft. Und auch für die großen Varianten kommt der Client von Valve immer mehr zum Zug, sind alle dort gekauften Spiele doch ohne das Wälzen von Handbüchern und dem Abtippen von CD-Keys nach dem Login im Menü verfügbar. Und spätestens ab der DSL 6000er Leitung dauert die Installation via Download auch nicht viel länger als mit DVDs.
Battlefield 1943 lässt grüßen
Und so ist es kein Wunder, dass DICE und EA zukünftig noch stärker auf solche Partnermodelle setzen wollen. Kurz nach dem Eintrag im Blog hält Bad Company 2 Entwickler Karl Magnus Troedsson bei Twitter fest, dass neue Titel zukünftig stärker auf dem digitalen Distributionsweg vertrieben werden sollen. Ein ganz heißer Kandidat für diesen Plan ist Battlefield 1943, das laut Ankündigung der Entwickler neben dem EA Store auch über Steam kommen soll. Offen ist bisher jedoch die Frage ob direkt zum Verkaufsstart oder zeitverzögert.
Battlefield-Serie hat Vorreiterrolle inne
Dieselbe Frage stellt sich nach den Äußerungen für Bad Company 2, das kurz nach Battlefield 1943 erscheinen soll. Die Distribution direkt zum Verkaufsstart via Steam wäre ein echtes Novum, allerdings war die Battlefield-Serie bereits in der Vergangenheit die Speerspitze für neue Entwicklungen. Der Boosterpack Euro Force war der erste Titel, den EA über den digitalen Distributionsweg verkauft hat – und zwar ausschließlich. Und trotz des massiven Murrens der Community mit Erfolg, was die Fortsetzung Armored Fury beweist. Heute sind beide Erweiterungen Teil der Complete Collection. Der Kreis schließt sich.
Mehr News aus der Kategorie Battlefield Serie:
Bitte warten Sie während die Kommentare geladen werden…