
Bisher waren die alten Teile der Battlefield Serie nicht gerade für ihre Widescreen Tauglichkeit bekannt doch
Bad Company 2 (BFBC2) wird ATIs Eyefinity Technologie unterstützen. Als Rendering Architect
Johan "repi" Andersson
die Unterstützung von Eyefinity
bestätigte sorgte die Meldung für gehörigen Zündstoff. Grundsätzlich sollten neue Technologien aber unterstützt werden daher nehmen wir diese heute unter die Lupe.
Was ist Eyefinity überhaupt?
Eyefinity ist im Prinzip nichts anderes als die Möglichkeit mehr als nur zwei Monitore gleichzeitig betreiben zu können. Voraussetzungen für den Betrieb mit Eyefinity sind Windows Vista, Windows 7 oder Linux und mindestens ein Gerät welches mittels Display Port betrieben wird. Die anderen Monitore können über DVI oder HDMI betrieben werden. Grund dafür sind die in der Grafikkarte verbauten TMDS-Transmitter (Transition-Minimized Differential Signaling – Übertragungsprotokoll für die Übertragung digitaler Signale zwischen PC und Display welches die Spannungsübergänge der Signalisierung minimiert). Desweiteren wird eine ATI-Grafikkarte der HD-5000 Serie benötigt. In Zukunft wird es noch eine spezielle ATI Radeon HD 5870 geben die ganze 6 Display-Port Anschlüsse besitzt um damit 6 Monitore ansteuern zu können. Außerdem ist Eyefinity CrossFire kompatibel, das heißt das bis zu 24 Monitore (4x6) genutzt werden können.
Weitere Limitierungen liegen in der Auflösung. Die Auflösung darf pro Monitor 1920x1200 nicht überschreiten um mit einer normalen Karte der HD 5000 Serie 3 und mit der "Eyefinity-Version" 6 Bildschirme zu nutzen. Eyefinity selbst unterstützt eine maximale Auflösung von 8192 x 8192 Pixeln. Die Aufstellung der Monitore kann flexibel erfolgen, da diverse Möglichkeiten bestehen. ATI selbst nennt die zusammen gesetzten Monitore "Display Groups". Natürlich kann Eyefinity nicht nur zum Spielen verwendet werden sondern auch um die Produktivität im normalen Arbeitsbetrieb zu steigern. Dennoch liegt das Hauptaugenmerk von Eyefinity auf dem Gamer.
Eyefinity in der Praxis
Kommen wir als erstes zu den positiven Seiten zu Eyefinity. Grundsätzlich ist der Sinn von Eyefinity Genre abhängig. Wären in Strategiespielen schnell die Übersicht leidet ist das Ergebnis in First-Person-Shootern oder 3D Rollenspielen mehr als beeindruckend. Das "Mitten Drin" Gefühl wird um einiges verbessert, da nicht nur gerade aus geschaut werden kann, sondern wirklich das Gefühl entsteht in einer Welt zu bewegen. Im Idealfall stellt man die Monitore an den Seiten schräg auf. Zwar ist der Bildinhalt etwas verzerrt wenn direkt auf diese geschaut werden, allerdings ist der Effekt in der Bewegung besser. Den größten Effekt erzielt Eyefinity in Flugsimulatoren oder in Rennspielen. Wenn dann noch ein Lenkrad oder ein Joystick vorhanden ist hat man wirklich das Gefühl in einen richtigem Flugzeug oder Rennwagen zu sitzen.
Grundsätzlich lässt sich sagen das jedes Spiel etwas mit Eyefinity anfangen kann. Nur kommen einige Spiele besser oder schlechter mit den hohen Auflösungen zurecht und wählen unter Umständen ein falsches Format. Spiele die Eyefinity nicht explizit unterstützen (anders Bad Company 2) zeigen oft Intro Sequenzen stark gestreckt an anstatt Links und Rechts einen schwarzen Rand einzublenden. Viele Spiele lassen Auflösungen für 3x2 Monitore rendern, obwohl nur 3x1 Bildschirme aufgestellt sind. Das Bild erscheint stark gequetscht und ist nahezu unspielbar. Das Selbe gilt für das Menü das oft unnötig gequetscht und/oder gestreckt wird wodurch es teilweiße recht schwierig ist mit dem Mauszeiger den gewünschten Punkt auszuwählen. Ein weiterer Nachteil ist das die Rahmenbreite oft nicht mit berechnet wird (Bezel Correction). Wird also ein Kreis auf den Monitoren dargestellt und die Rahmen der Monitore schneiden das Bild dann wirkt der Kreis nicht mehr rund. Rein von der technischen Seite gibt es aber keine weiteren Probleme.
Die Lautstärke der Grafikkarten bleibt relativ gleich gegenüber dem Betrieb ohne Eyefinity. Allerdings werden im Extremfall bis zu 15 Watt mehr Leistung aufgenommen, in der Regel sollte aber der Unterschied zum normalen Betrieb nicht über 7 Watt liegen. Bei der Temperatur gilt zu unterscheiden ob die Grafikkarte sich im Leerlauf oder unter Last befindet. Während im Idle Betrieb die Temperatur um bis zu 15° höher ist, ist die Temperatur unter Last nur 1-2° höher. Das ist dadurch zu erklären das der Energiesparmodus im Multi Monitor Betrieb nicht funktioniert.
Fazit
Trotz all des Lobes bleibt zu sagen das es sich primär um ein Enthusiast-Feature handelt. Das liegt an dem höheren Stromverbrauch, den Anschaffungskosten und dem umständlichen Aufbau. Wenn 6 Displays über DisplayPort betrieben werden wollen sind alleine schon ~1440€ Anschaffungskosten für die Monitore notwendig. Wem das nicht zu viel ist der benötigt zudem eine Leistungsstarke GPU. Die aufzubringende Rechenleistung bei einer Auflösung von 3840x1024 ist für eine Radeon HD 5770 so enorm, dass diese völlig überfordert ist. Und selbst mit einer Radeon HD 5870 muss oft eine niedrige Grafikqualität hingenommen werden. Wer mit all diesen Sachen kein Problem hat und auch damit das einige Spiele mit der Technologie nicht richtig zurechtkommen, der kann beherzt zugreifen.
Bilder:
 Displaygroups |  Ohne Bezel Correction |
 Mit Bezel Correction |  Gequetschtes Bild |
 Eyefinity in Aktion |  Eyefinity in Aktion |
 Eyefinity in Aktion |
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