
Die Meldungen zu
Bad Company 2
(BFBC2) haben sich in den letzten Tagen überschlagen und die Geschwindigkeit, mit der neue Informationen verbreitet werden, hat beängstigende Züge angenommen. Durch das hohe Tempo gehen in vielen Fällen der Tiefgang und die Einsortierung der Meldung verloren. So wird seit gestern auf vielen Seiten gemeldet, dass der Ingame Store in BFBC2 demselben Muster wie Mass Effect 2 und andere von EA vertriebenen Spielen folgt. Wichtig sind dabei jedoch vor allem die Details und Optionen, die Spielern nun offen stehen.
Höllenhund wacht auch über BFBC2
Grundlage aller Berichte ist ein Kurzinterview zwischen MTV (Multiplayer) und
Patrick Bach
, in dem der Producer mehr Details über den Ingame-Store preisgibt. Demnach wird auch der Multiplayer-Shooter auf das Cerberus System aufsetzen, das bereits bei Dragon Age Origins (DA:O) und Mass Effect 2 zum Einsatz kommt. Zusätzliche Inhalte werden hier über Codes heruntergeladen und an den Account gebunden. Für Spieler hat dies weitreichende Konsequenzen.
EA greift GameStop an
Konnte ein Spiel früher noch problemlos weiterverkauft werden, sieht es mit der Accountbindung anders aus. Wer ein gebrauchtes Spiel mit Cerberus-Anbindung erwirbt, braucht für den vollen Zugriff auf die Bonusinhalte einen neuen Zugang - und der kostet Geld. In den US-Medien wird diese Strategie von EA als
das Projekt "Zehn Dollar" bezeichnet, denn genau diese Summe wird für den Zweit-Account fällig. EA will so am Markt gebrauchter Spiele profitieren, der bisher von Gamestop und anderen Händlern dominiert wird.
Pro Spiel ein Account?
Offen bleibt dabei die Frage, wie sich der Markt entwickelt. Müssen Spieler für gebrauchte Titel zusätzlich noch den Account einrechnen, lohnt sich das Geschäft nur noch, wenn Zwischenhändler die Preise entsprechend senken. Das würde die Marge drücken, weshalb für den Ankauf noch weniger bezahlt wird. Eine weitere Möglichkeit wäre die Registrierung von mehreren Accounts durch Spieler, auf denen dann nur ein Spiel registriert wird. Allerdings gestaltet sich das aus verschiedenen Gründen schwierig und wird von EA auch geschickt verhindert.
Cross-Plattform-Publishing
Selbst wenn ein solcher Account dem gebrauchten Spiel beigelegt würde, müsste der Zwischenhändler eine Überprüfung durchführen. Ein enormer zeitlicher Aufwand, zudem setzt EA einiges daran, ein solches Vorgehen der Spieler zu unterbinden. Ein gutes Beispiel sind die eingangs erwähnten Spiele Dragon Age Origins und Mass Effect 2. Wer die Sonderedition von DA:O bestellt hat, fand darin den Code für eine besondere Rüstung, die – welch Wunder – auch in ME2 freischaltbar ist. Dass die Spiele dazu auf einen Account registriert werden müssen, versteht sich von selbst.
Multiplayer-Maps als Lockmittel
Ob eine solche Verknüpfung mit anderen Spielen auch bei Bad Company 2 stattfindet ist bisher nicht bekannt, klar ist jedoch so viel: es werden ähnliche Lockmittel eingesetzt. Wie
der Meldung bei MTV zu entnehmen ist, wird die Verkaufsversion des Spiels einen VIP-Code enthalten, der Spielern Zugriff auf den Ingame-Store und die Downloadinhalte bietet. Vom ersten Tag an werden dort als kostenloser Inhalt weitere Multiplayer-Maps verfügbar sein. Von den bisher gefundenen
zehn Multiplayer-Karten werden also wahrscheinlich nur acht im Spiel sein, und der Rest als Download. In den bisherigen Berichten wurde diesem Umstand bisher kaum Aufmerksamkeit gezollt.
BF43-Waffen nur über VIP-Code?
Die Strategie für das Spiel scheint also klar, doch bei genauerem Hinsehen sind wir noch über einen zweiten Punkt gestolpert. Bisher bekannt war, dass die
M1 Garand nur über das Veteranenprogramm zugänglich sein wird. In einer zweiten Meldung bei MTV ist nun jedoch zusätzlich davon die Rede, dass M1A1 Thompson und M1911 ebenfalls nur über das Einlösen des VIP-Codes zugänglich gemacht werden. Diese Meldung überrascht, da diese Waffen eigentlich als Sofortunlocks in der Limited Edition enthalten sein sollten. Zumindest wurde das im Oktober vergangenen Jahres
in einem Trailer versprochen.
Am Ende bleiben viele Fragen
Ganz klar ist die Lage nicht, denn die Meldung bei MTV könnte schlicht bedeuten, dass alle sechs Sofortunlocks über den VIP-Code verfügbar gemacht werden und nicht nur die zwei Waffen. Und vielleicht gilt diese Regelung auch nur für den US-Markt, wie es beim Spielmodus Squad Rush der Fall ist. In Europa ist er für Spieler sofort uneingeschränkt verfügbar, in den USA hat sich
Gamestop exklusive Sonderrechte für den Vertrieb gesichert. Auch hier hat EA zusätzliche Einnahmequellen erschlossen, was vor allem eins deutlich macht: Ingame-Werbung alleine reicht nicht mehr. EA geht zunehmend neue Wege in der Vermarktung und sowohl Donwload-Content als auch der GameStop-Deal werden erst der Anfang sein.
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