
Die E3 ist in vollem Gange und während der letzten 24 Stunden hat sich einiges getan. EA hat ein Add-On für Bad Company 2 angekündigt und auch der Gun Club ist inzwischen live geschaltet worden. Ein weiteres ganz großes Thema im Shooter-Bereich ist die Neuauflage von
Medal of Honor
(MOH), dessen Multiplayer von DICE entwickelt wird. Neben eingefleischten Fans der Serie hat deshalb auch der eine oder andere Battlefielder ein Auge auf den Titel geworfen. Was bisher noch fehlt, sind konkrete Details zum Spiel. Vor allem zum Multiplayer, und die können wir nachliefern. Mitte Mai hatten wir die Gelegenheit, den Titel in Los Angeles anzuspielen und unsere Erfahrungen lest ihr im ausführlichen Bericht.
Seite 1:
Reboot unter der Lupe
Seite 2:
Die Singleplayer-Kampagne
Seite 3:
MOH Multiplayer angezockt
Engine generalüberholt
Nachdem sich Medal of Honor Airborne im Jahr 2007 als echter Flop entpuppte, versucht EA über sein hauseigenes Studio in Los Angeles eine Wiederbelebung der einst so erfolgreichen Serie. Publisher und Spielentwickler bezeichnen diesen Versuch als REBOOT der Serie und steckt einige Energie in das Projekt. Bevor wir uns ausgiebig mit dem Single- und Multiplayer beschäftigen, wollen wir deshalb auf ein paar grundlegende Dinge eingehen. Auf die Überarbeitung der Unreal 3 Engine zum Beispiel, die im Einzelspieler zum Einsatz kommt.
Engine aufgebohrt
Seit dem Release im Jahr 1998 wurde das Produkt aus dem Hause Epic, das gerade mit Bulletstorm für Aufsehen sorgt, mehrfach angepasst. Die Entwickler von EALA haben die Engine für ihr Spiel noch weiter aufgebohrt und erreichen damit auch im Singleplayer dieselbe Optik, die auch Frostbite zu bieten hat. Herrliche Landschaften und atemberaubendes Panorama. Im direkten Vergleich mit Bad Company 2 sieht die Umgebung des Shahi-Kot Tals, wo die Modern-Warfare-Version von MOH angesiedelt ist, sogar noch ein ganzes Stück schöner aus. Verantwortlich dafür ist Art Director
Lance Powell
, der mit seinem Team ganze Arbeit geleistet hat.
Sound vom Feinsten
Eine wahre Freude ist auch der Sound, bei dessen Erstellung EALA mit anderen Studios kooperiert hat. Um den Klang von Waffen möglichst realistisch zu gestalten, wurden zahlreiche Aufnahmen mit echten Waffen durchgeführt. Dazu hat das Team eine ganz beträchtliche Sammlung von Waffen an verschiedene Orte gekarrt und dann stundenlang aus verschiedenen Entfernungen die Schussgeräusche digitalisiert. Das Ergebnis ist ein beeindruckender Klang, den Spieler in Teilen auch aus Battlefield kennen. Vor Ort waren nämlich auch Kollegen von DICE, die ebenfalls von den Samples profitieren.
Boom! Shake the Room
Damit nicht genug, hat das Team von Audio Director
Paul Lackey
noch einen Truppenübungsplatz besucht und dort nicht nur Geräusche von Fahrzeugen und der Umgebung aufgenommen, sondern auch den Smalltalk und Funkverkehr von Soldaten. Die Radio Commands in MOH sind also wirklich lebensecht. Die Krönung der Arbeit ist der Besuch einer Apache-Crew in Fort Irwin, auf dessen Ergebnis Spieler wirklich gespannt sein dürfen. Ebenso wie auf die Realisierung von Distant-Sounds und anderen Spielereien. Bestes Beispiel dafür: die Explosion einer Granate, die während der Tech-Demo in einem Raum landet, klingt dumpf und hohl wie es sein sollte. Wir sind uns deshalb sicher: der Sound rockt!
Volle Deckung!
Aufpoliert wurde jedoch nicht nur Optik und Sound, sondern auch zahlreiche weitere Aspekte des Spiels. Besonders überzeugt hat uns dabei die Präsentation von Software Engineer Don Lawton, der uns sowohl Animationen als auch die AI vorgeführt hat. Und was wir während der sechzig Minuten gesehen haben, war wirklich beeindruckend. Vor allem im Bereich Motion Capture hat EA viel Geld in die Hand genommen, was sich an etlichen Stellen bemerkbar macht. Beim Beginn eines Feuergefechts rutschen Soldaten die Füße voran in Deckung, und wird ein Gegner über das Spielfeld verfolgt, rennen die Charaktere in lebensechten Bewegungen um Ecken und Hindernisse.
Animationen erste Sahne
Gut gelungen sind nicht nur die Verfolgungen, sondern auch die Kampfsequenzen. Wird ein Charakter im Laufen getroffen, wirkt sich das anders als bei festem Stand aus. Wie ein Playermodell fällt oder stolpert, hängt also ganz von der Situation ab. Und nicht nur das: auch die Richtung des Schusses spielt eine Rolle. Wird ein stürmender Gegner frontal getroffen, kann es ihn schon einmal aus den Socken hauen. Oder besser gesagt aus den Pantoffeln. Wird der Feind dabei nicht gleich ausgeschaltet, hält er sich den verletzten Arm oder das verletzte Bein und humpelt fortan durch die Gegend. Dieser Teil der Vorführung hat die
anwesenden Mitglieder der Communityseiten durch die Bank weg beeindruckt.
Wechselbad der Gefühle
Mit Bewegungsanimationen ist es immer noch nicht getan. Als weiteres Highlight bieten die Charaktere im neuen Medal of Honor eine ausgefeilte Mimik, die von besonders fröhlichen über zornige bis hin zu angsterfüllten Gesichtern reicht. Vorgeführt wurde uns das Mimenspiel am Beispiel eines Rangers, der auf dem Bildschirm ein wahres Wechselbad der Gefühle durchläuft. Neben Motion Capturing setzen die Devs hier vor allem auf
Rotoskopie (Rotoscoping), um den Gesichtern wirklich viel Detailtiefe zu geben. Ebenfalls interessant: eine wichtige Rolle werden Bärte spielen, die Teil des Rang- und Fortschrittsystems sein werden. Mehr dazu später ;)
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