Dispotom 0 Melden Geschrieben 4. Februar 2005 Kolumne - Februar 2005 Punkbuster für die Bundeswetter! "Ja, wo samma denn? Jo Herschaftszeiten woas is des füar a Scheißdreck? Samma denn in a Bananenrepublik? Etwa Italien?" So oder so ähnlich klingt es derzeit wenn man im Tiefflug über bayrischen Stammtischen kreist. Es dreht sich natürlich über die neuen kroatischen Siegprämien-Regelungen im bundesdeutschen Schiedsrichter-Gewerbe. Waren wir nicht alle Stolz auf das sauberste, fairste und wohl beste Spiel der Welt? Natürlich! Was in der Computerzocker-Szene schon längst traurige Normalität ist, schien in der Glamourwelt des Fussballs undenkbar. Das Stichwort: Cheaten! Dabei ist es doch so einfach. Ich nehme ein paar minderbemittelte Kicker und lasse sie gegeneinander antreten. Dann besorge ich mir mittels "God-Mode" den Zugang zum Spiel und sorge dafür dass das hoffnungslos unterlegene Team eine faire Chance bekommt. Das funktioniert übrigens so: Befehlszeile: schiri_money=1; spielregeln_auslegung_weit und augen_schiri=0 Dagegen kann doch niemand etwas haben. Oder doch? Schließlich freut es jeden, wenn der Underdog mal den satten Bundesligaprofis eins auswischt. Am Ende kassiere ich meine verdiente Prämie und freue mich, dass die Altklugen Fernsehkommentatoren fassungslos vor den Bildschirmen stehen und unprofessionell erklären warum die Treter aus der 4. Klasse so toll sind. Dummerweise existiert seit langem eine Aufzeichnungsfunktion für die Matches. So wurden die Balkan-Cheater letztendlich doch entlarvt. Doch wie sieht die Lösung für das Problem aus. Die Antwort liegt wie so oft in der Computerszene. Tataaa: "The Punkbuster-Soccer-Version"! Das neueste Tool ist bereits der DFB-Spitze vorgestellt worden, die momentan jedoch noch im Winterschlaf liegt. Vorab wurde bekannt, dass der größte Clou die Entfernung des Schiedsrichters ist. Somit sind alle "Schiri-Hacks" wirkungslos! Eine tolle und revolutionäre Idee. Doch dass ist noch nicht alles. Um auch Spieler-Mods zu verhindern, werden die Spieler in Ihren Bewegungen eingeschränkt. Weicht auch nur einer von seinem vorgegebenen Laufmuster ab oder kommt ein Pass nicht an, fliegt der Spieler automatisch raus. Ha, das wird auch dem durchtriebensten Cheater den Garaus machen. Der Einfluss von Trainern wird dadurch minimiert, dass diese keine Anweisungen mehr erteilen dürfen. Statt dessen müssen Sie während der Partie regungslos darnieder liegen. Ein Verhalten was wir so bisher nur von Ewald Lienen kennen. Knapp ein Jahr vor der WM ist der DFB gefordert dem munteren Treiben in den Stadien Einhalt zu gebieten. Und da sind wir auch schon bei der nächsten Neuerung. Punkbuster darf ganze Teams, die auch nur Ansatzweise das Regelwerk verletzten in allen Stadien bannen. Das mag etwas hart erscheinen, aber um das Spiel sauber zu halten sind mittlerweile wohl alle Mittel erlaubt. Vielleicht wäre es auch besser nur die Verantwortlichen zu bestrafen und weiter dem liebsten Hobby der Welt nachzugehen als hinter jeder Ecke Lug und Betrug zu Vermuten und alle über einen Kamm zu scheren. Denn nur weil einen eine Anti-Cheat-Kommission beschuldigt, bedeutet dass noch lange nicht, dass man tatsächlich was böses getan hat. Denn es gilt immer noch: "Im Zweifel für den Angeklagten". In diesem Sinne wünscht Euch eine schöne Zeit der etwas nachdenklichere Tom