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-=Germany=- T-1000

Frage

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Geschrieben

Wer hat´n Ahnung was ne "reaktive Panzerung" is?

Hab das in einem Panzerbuch gelesen, steht aba nich da wat dat is.

Hab ma was gehört von Gegensprengung. Sprich, Projektil trifft Tank, und auf der Panzerung zündet ne Gegenexplosion die, das Projektil neutralisiert.

Hat einer genauere Info´s?

Geschrieben

Hier: :P

Die Reaktivpanzerung

Nun hatte man eine große Menge älterer Panzer und kein Geld um sich immer die neuesten Panzer zu kaufen, um Sicherheit gegen stärkere HEAT-Geschoße zu haben. Schon in den 60er Jahren wurde in vielen Ländern, z.B. auch in Deutschland, nach Möglichkeiten geforscht, den Jet einer Hohlladung durch eine Explosion zu stören. Aber erst gegen Ende der 60er Jahre wurde bei der israelischen Rafael, durch die Entwicklungsarbeit eines norwegischen Ingenieurs, die Reaktivpanzerung arbeitsfähig gemacht. Ende der 70er Jahre konnte diese Panzerung bei IMI in Serie gehen. 1982 wurde diese Panzerung erstmals im Libanon-Feldzug eingesetzt und hat sich bestens bewährt. Diese wurde unter dem Markennamen Blazer bekannt. Anfänglich wurde davon ausgegangen, durch Meldungen aus dem amerikanischen Verteidigungsministerium, daß die Syrer aus abgeschoßenen Panzern im Bekaa-Tal erbeutete Blazer-Kacheln an Russland übergeben hätten. Das ist allerdings nicht wahr, denn in der damaligen Sowjetunion wurde parallel dazu auch Forschung in dieser Richtung betrieben. Allerdings scheute man sich diese einzusetzen, aus Sicherheitsgründen. Der Erfolg der Israelis belehrte sie eines besseren und ab 1983 ging Kontakt EDZ, wie sie in der UDSSR hieß, auch in Dienst. Allerdings sind die russischen Kacheln kleiner und bedecken die kritischen Flächen relativ lückenlos, im Gegensatz zu Blazer.

Bei der ERA Panzerung (Explosive Reactive Armour) geht es darum den recht dünnen Stachel einer Hohlladung zu brechen und ihm seine Durchschlagsleistung zu nehmen. Die Panzerung besteht aus zwei Stahlplatten, zwischen denen eine Explosivladung angeordnet ist. Diese ERA-Panzerteile sehen dann aus, wie ein Ziegelstein. Dadurch können diese ERA-Kacheln an den geschwungenen Panzerungen von Gußtürmen älterer Panzer angepasst werden. Außerdem geht immer nur ein kleiner Teil der Panzerung hoch, wenn sie getroffen wird. Der Sprengstoff ist so konzipiert, daß er nur bei hohem Druck explodiert, wie er vom HEAT-Stachel verursacht wird. Somit kann die ERA nicht von kleineren Wuchtgeschoßen ausgelöst werden, gegen die ERA sowieso nutzlos oder überflüßig währe. Durch die Explosion wird der Stachel gebrochen und/oder abgelenkt, indem durch die zwei in entgegengesetzter Richtung fliegenden Stahlplatten und der Explosion die Spitze des Stachels gestört wird, die ja für den Panzerdurchschlag wichtig ist. Moderne ERA Panzerungen geben einem Panzer eine equivalente zusätzliche Panzerung von rund 350-400 mm gegen HEAT. Das reicht allerdings in den meisten Fällen nicht, um auf die übliche Panzerung zu verzichten. ERA ist nur eine Zusatzpanzerung und kein Ersatz für die eigentliche Panzerung. Allerdings hat ERA den Nachteil, daß sie nicht auf Panzern eingesetzt werden darf, die mit Panzergrenadiere zusammen arbeiten, da die eigenen Leute gefährdet werden, wenn eine der ERA-Kacheln explodiert. Ist ein Kachel explodiert, muß es ersetzt werden. Außerdem kommt ein zusätzliches Gewicht von rund einer Tonne hinzu. Gegen Wuchtgeschoße bieten diese erste Generation ERA-Kacheln nur den zusätzlichen Schutz, den die Trägerplatten bietet und ist somit vernachläßigbar.

Was gegen den langen HEAT-Jet funktioniert, sollte eigentlich auch gegen lange APFSDS-Geschoße funktionieren. In Russland wurde diesbezügliche Forschungen betrieben und das Ergebnis war Kontakt-5, eine wesentlich verbesserte Variante von Kontakt EDZ. Die Stahlplatten wurden dabei stärker gestaltet. Sobald das Geschoß Druck auf die äußere Platte ausübt, zündet die Sprengladung. Da aber das Geschoß schon durch die Platte durchgegangen ist, wird durch die äußere Platte ein Teil des Penetrators durchschnitten und der ganze Penetrator damit verkürzt. Durch die in zwei Richtungen abgehenden Platten und der Explosion, wird auch der Weg des Penetrators beeinflußt. Die Kontakt-5 gibt einem Panzer eine equivalente Panzerstärke von rund 300 mm gegen APFSDS-Geschoße. Nach Beschußversuchen in Deutschland, wurde angeblich herausgefunden, daß der T-80 und sogar der T-72 gegen moderne APFSDS-Geschoße immun sind, wenn sie mit Kontakt-5 ausgerüstet sind. Im Westen gibt es kein Gegenstück dazu. Der Nachteil ist das zusätzliche Gewicht von zwei bis drei Tonnen.

So, ich hoffe ich konnte dir helfen.

Gruß Firehand



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