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Graf von Kiel

über Dummheit und Arroganz

Empfohlene Beiträge

Geschrieben

Moin Leute!

Ich bin vorhin auf der Seite des ]FF[ Clans gewesen wo im Forum jemand einen Artikel des Sterns zur Frage der Gefährlichkeit dieser Spiele erörtere (CS, BF, Mohaa u.s.w.). Als Beispiel wurde auch der 14-jährige Junge genannt, der binnen 20 Sekunden 8 Kinder ermordete. Das Clanmitglied RakZero antwortete mit einem Zynismus, der höchst bedenklich ist. Ich habe dort und werde hier meine Antwort posten, weil ich finde, dass bei einigen Leuten diese Spiele durchaus Folgen haben, wie eben auch bei diesem Vertreter unseres Hobbys.

Die Seite heisst: http://www.frfeld.de/

ich möchte sie nicht etwa ankreiden, aber will gerne solche Tendenzen generell aufzeigen und zur Diskussion stellen. Hier ist mein Beitrag: :angry::angry:

Guten Morgen -

ich zitiere: "8 Treffer in 20 Sekunden auf verschiedene Ziele ? Wie sollten den Typen dringend in unseren Clan aufnehmen ...."

Wer so ein Statement von sich gibt ist an Menschenverachtung und Zynismus kaum zu überbieten. Widerlich und verabscheuungswürdig ein solches Drama, in denen Menschen und Familien für immer zerstört worden sind, als Witz zu betrachten. Da wundert mich die anschließende Argumentation auch überhaupt nicht - passt sehr ins Bild, was der RakZero von sich gibt dürfte die negativen Meinung über CS- oder BF-Spieler eher bestätigen als abwenden.

Überhaupt die ganze Ausdrucksweise: "...besser auf die Brut aufpassen..." zeigt, wie ich finde, sehr deutlich, dass diese Computerspiele offensichtlich doch die Psyche beinflussen. Das Leben ist kein Computerspiel Leute und man steht auch nicht nach 20 Sekunden wieder auf, wenn man von einem, z.B. Karabiener, in den Kopf getroffen wird. Man kann sich auch nicht binnen Sekunden selbst heilen, wenn Kugeln das Rückenmark zerfetzen oder die Hoden oder das halbe Gesicht wegreißen.

Wären hier halbwechs reflektierende Menschen, so würden sie zumindest eingestehen können, dass diese PC-Spiele (die ich auch gerne spiele) durchaus Menschen verändern und beeinflussen KÖNNEN.

Glaubt ihr denn im Ernst - die US-Armee würde extra ein superteures EGO-Shooter-PC-Spiel gratis auf den Markt werfen - wenn es nicht so wäre? Glaubt ihr denn im Ernst, dass Soldaten ohne Grund extra mit Simulatoren und EGO-Shootern auf Töten trainiert werden? Meint ihr, es ist ein Zufall, dass immer mehr Menschen Gewalttaten und Kriegszuständen gleichgültig bis zynisch gegenüber stehen (siehe das Zitat oben)?

Wenn ihr das wirklich denkt, dann seid ihr entweder unglaublich naiv und dumm, oder einfach nur zynisch und gleichgültig. Beides kotzt mich an. Und ich wünsche nur aus tiefsten Herzen, dass der Verfasser dieses stupfsinnigen und dummen Textes, und all jene, die sich ihm so leichtfertig anschließen, niemals selbst solche Erfahrungen am eigenen Leib machen müssen. ´

Aber, wie heisst es doch so schön: "Das Leben ist ein scheiss Spiel - aber mit geiler Grafik!" Dieser Satz wird dann eine ganz andere Wendung bekommen.

Aber das ist nicht der Einzige, der solchen geistigen Durchfall von sich gibt. Wie oft höre oder lese ich Kommentare auf bestimmte Spielsituationen wie: "Im richtigen Krieg muss man sich auch eine neue Sniperposition suchen." oder "Das ist echt unrealistisch.....!"

Allen solchen möchte ich gern folgenes sagen:

Im richtigen Krieg gibt es nur absolutes Elend, Hunger, Vergewaltigungen, Mord an Kindern, Frauen und Männern, Vertreibung und Flucht, Folter an Wehrlosen, Mord an Wehrverweigeren, Unterdrückung der Wahrheit, Bombadierungen ganzer Viertel, schreckliche Verstümmelungen, brutale Massaker, Blut, Schweiß, Angst und HASS.

Dies mal zur Erinnerung.

Ich werde diesen Beitrag auch in anderen Foren veröffentlichen - um damit eine breitere Diskussion zu bewirken und zumindest ein klein wenig NACHDENKEN.

mit freundlichen Grüßen

GRAF von KIEL

ps: Ich möchte nur festhalten: ich spiele selbst gern BF und MOHAA. Ich denke und hoffe jedoch, dass die Mehrzahl der Spieler durchaus wissen, dass diese Spiele so harmlos auch nicht sind - und moralisch wirklich nicht ganz einwandfrei. Man kann jedoch damit umgehen indem man sich dessen zuerst einmal bewusst wird.

Geschrieben

Computerspiele - vor allem Ego-Shooter und ähnliches - können durchaus Leute verändern, die nicht zwischen der in Spielen vorgetäuschten Realität und der im wirklichen Leben herrschenden Realität unterscheiden.

Die Leute können potenzielle Mörder sein, da sie diese Spiele in der Welt ausüben wollen, können aber auch zu erhöhter Gewaltbereitschaft und Agressivität neigen, aber sie müssen es nicht sein.

Dies muss nicht passieren, kann aber, sodass das Kommentar im Forum unpassend erscheint, vor allem durch die Aussage "8 Treffer in 20 Sekunden auf verschiedene Ziele ? Wir sollten den Typen dringend in unseren Clan aufnehmen ....", denn damit ist nicht zu spaßen.

Aber wenn ein Massenmörder wieder Hand anlegt und er hat vorher Ego-Shooter oder ähnliches gespielt, heißt es wieder "Die bösen Spiele sind schuld dass x Leute getötet wurden.".

Im Endeffekt werden immer die Spiele beschuldigt, und es kommen immer neue Gesetze, obwohl der Grund des Tötens ein anderer sein kann und oft ist.

Geschrieben

solidussnake hats schon gesagt: es MUSS nicht sein.

US soldaten werden ja auch noch mit anderen mitteln "gedrillt"

zum spiel: mann kann ein spiel NIEMALS, WIRKLICH NIEMALS mit der realität vergleichen

ein computersiel soll spass machen.

es sollte jeder selbst für sich wissen, was gut ist.

das mit dem "8 treffer in 20 sekunden" finde ich allerdings menschenverachtend :angry:

übrigens ich hab ein bischen geschaut hier ist der genaue link

Gast
Geschrieben

also ich habe es eben mal gelesen...

der juge drückt sich eben aus wie die jugend von heute....

möglichst cool und über allen dingen stehend...sarkasmus pur eben....

das würde mich absolut null jucken...

heutzutage muss man eine dicke haut haben ansonsten geht man am kram der welt zu grunde ;)

Geschrieben
heutzutage muss man eine dicke haut haben ansonsten geht man am kram der welt zu grunde
Geschrieben

Das sehe ich anders!

Es gibt einfach gewisse Grenzen die nicht überschritten werden sollten. Denn mag sein, dass der Jung nur Cool sein wollte (obwohl er wohl über 25 Jahre alt ist), dennoch sollte man isch vielleicht überlegen, wie es wohl den Hinterbliebenen gehen würde, sollten sie solche Sätze hören. Gerade, weil wir dieses Spiel gern spielen und gerade weil wir keine Mörder sind (ich hab z.B. bewußt den Wehrdienst verweigert) müssen wir uns aber diesen Fragen stellen.

Grüße aus Kiel

Graf

Gast
Geschrieben
Das sehe ich anders!

Es gibt einfach gewisse Grenzen die nicht überschritten werden sollten. Denn mag sein, dass der Jung nur Cool sein wollte (obwohl er wohl über 25 Jahre alt ist), dennoch sollte man isch vielleicht überlegen, wie es wohl den Hinterbliebenen gehen würde, sollten sie solche Sätze hören. Gerade, weil wir dieses Spiel gern spielen und gerade weil wir keine Mörder sind (ich hab z.B. bewußt den Wehrdienst verweigert) müssen wir uns aber diesen Fragen stellen.

Grüße aus Kiel

Graf

Gast
Geschrieben
heutzutage muss man eine dicke haut haben ansonsten geht man am kram der welt zu grunde

Naja, Markus, aber die dicke Haut darf nicht zu so vollkommen unsensiblen und unreflektierten Kommentaren wie dem zitierten führen.

Die Diskussion, ob Computerspiele die Leute abstumpfen, in die Realität auswirken etc. wiederholt sich im Moment ziemlich oft, ohne Ergebnis. Ich finde sie trotzdem wichtig. Ich bin auch dankbar für Graf von Kiels Beitrag, weil die Szene wirklich ein Bisschen mehr moralisches Bewusstsein gebrauchen kann. Für mich sind zwei Dinge wichtig:

1. Kritiker und Spieler gleichermaßen müssen zwischen Realität und Spiel unterscheiden - und Computerspiele sind garantiert nicht die Hauptschuldigen an zunehmender Gewalt.

2. Auch wenn es sich um Spiele handelt, ist es nicht korrekt, menschenverachtende, geschichtsvergessene Haltungen zu pflegen.

Geschrieben

Der Beitrag ist absolut Geschmacklos. Da gibt es für mich keine Diskussion drüber. Für mich ist dieser Beitrag eine Reaktion auf die immer wiederkehrenden Unterstellungen und Behauptungen gewisser Psychologen- oder Soziologenkreise. Debatten dieser Art verlaufen immer Pendelmäßig, je stärker es zu der einen Seite ausschlägt, desto mehr schwingt es zur anderen zurück.

Für abnorme Verhaltensweisen werden immer irgendwelche Gründe gesucht, die man in den Vordergrund stellen kann und als Ursache herhalten müssen. Hier liegt für mich der größte Fehler in der Diskussion über solche Verbrechen. Es gibt Menschen die sind im Kopf krank. Ob das nun Jack the Ripper im 19. Jarhundert war oder gestern der Junge in Erfurt. Es wird auch immer wieder solche Verbrechen geben. Das ist für mich ein Risiko mit dem jede Gesellschaft leben muss. Es gibt da auch keine Therapieansätze. Wie denn auch? Erst nach der Tat wird festgestellt was mit dem Menschen los ist. Ich behaubte auch das der Anteil an schwer verhaltensgestörten Menschen in der Gesellschaft über die Jahrhunderte gesehen konstant ist. Der einzigen Unterschiede besteht heute darin, dass derartige Ereignisse durch die Medien sofort weltweit vebreitet werden und wir subjektiv das Gefühl haben, dass die Bedrohung steigt. Zweitens ist es heute auf Grund des technischen Fortschritts sehr viel einfacher geworden eine große Anzahl von Menschen in einem Amoklauf zu töten. Es ist bitter aber leider nicht zu ändern.

Geschrieben

Oh Mann, jetzt schimpf' nicht schon wieder auf die Soziologen... was können denn "die Soziologen" dafür, dass irgendwer irgendwo irgendwas schreibt, das zufällig Deinem Vorurteil sämtlicher soziologischer Aufsätze entspricht? Immer dieses Schubladendenken... <_<

Geschrieben

also ignorieren - geht uns ja alles nichts an, wir sind ja schließlich normal und diese Probleme gehen uns nicht nur nichts an, sie betreffen uns auch gar nicht!

Aber leider vergesst ihr eine Kleinigkeit: Andere Leute, die nicht unser Hobby haben, fragen vielleicht noch kritischer und arbeiten längst an Verbotsanträgen. Aber uns geht ja alles nichts an.

Die Welt kann man nur noch mit Sarkasmus ertragen? Diese Art von Sarkasmus zeigt aber, dass wir Egoshooterspieler und ein Scheiss für diese Vorkommnisse interessieren. Stattdessen tun wir genau das, was wir der anderen Seite vorwerfen: Einfach drauflos poltern. Sie sagen die Spiele sind schuld, wir sagen Nein unmöglich!

Tatsache ist, dass eben viele Leute das anders sehen und solange dies der Fall ist, sollten wir uns der Diskussion mit Argumenten stellen und auch eingestehen, dass eine wie auch immer geartete Wirkung nicht völlig auszuschließen ist.

Außerdem kann ich nicht verstehen Markus, dass du nicht erkennen kannst, dass bei verschiedenen Personengruppen diese Spiele durchaus die Gewaltbereitschaft senken, den Realitätssinn verschieben und die TÖTUNGSHEMMUNG REDUZIEREN können (nicht müssen). Stell dich ruhig blind, aber davon wirds leider auch nicht besser.

FIRLEFANGER:

Geschmacklos - was ist genau geschmacklos? Für mich geht es nicht darum, irgendwelche Gründe in den Vordergrund zu stellen. Meinst du im Ernst, dass ich so simpel denke? Sicher, es gibt immer Menschen die ausrasten - aber so zu tun, als wäre das Naturgegeben, dass dabei zig Leute draufgehen, dass man das eben nicht ändern könne, das ist recht ignorant ausgedrückt.

Tatsache ist, dass es dieses Problem in zusammenhang mit PC Spielen nun einmal gibt.

Klar, die Antwort auf diese Problemstellung ist sicher nicht einfach - aber wir sollten uns an der Disskussion beteiligen und nicht die Augen davor verschließen und besonders nicht mit Ignoranz oder Sarkassmus antworten - die sind nämlich völlig fehl am Platz.

Grüße aus Kiel

Geschrieben

@Firlefanger: Ganz Deiner Meinung, was die Häufigkeit dieser Gewalttaten, das Suchen nach Schuldigen und die Rolle der Berichterstattung angeht.

Allerdings glaube ich schon, dass die Medien zur "Abstumpfung" beitragen. Das an sich ist aber nicht das Problem, sondern dass die Kontrolle von Neigungen zur Gewalt durch Freunde, Familie, Gesellschaft nachlässt.

Dazu tragen solche Beiträge wie der oben genannte auch ihren Teil bei: eben indem es "cool" ist, sich über Gewalt und das Leiden anderer lustig zu machen oder es nur noch unter dem Aspekt "Unterhaltungswert" zu bewerten. Dagegen ist es ja im Moment sehr uncool, moralische Ansprüche einzufordern. - Dass es die Moral anscheinend nicht mehr gibt, ist für mich kein Grund, selber darauf zu scheißen.

@Markus Maximus: So war das nicht gemeint, dass die Amokläufer BF oder ähnliches nachahmen. Computerspiele zählen für mich übrigens auch zu den Medien - sie werden ja auch so rezipiert und diskutiert: sie bieten Unterhaltung, Genuss von Kreativität, Action, Geschichten, teilweise Inspiration, Figuren, mit denen man sich identifizieren kann wie mit Rollen in Filmen etc. etc.

Grüße

Homer P.

Gast
Geschrieben
Außerdem kann ich nicht verstehen Markus, dass du nicht erkennen kannst, dass bei verschiedenen Personengruppen diese Spiele durchaus die Gewaltbereitschaft senken, den Realitätssinn verschieben und die TÖTUNGSHEMMUNG REDUZIEREN können (nicht müssen). Stell dich ruhig blind, aber davon wirds leider auch nicht besser.
Geschrieben

Wenn ich mal vermittelnd eingereifen darf:

Markus und Graf, vielleicht liegt ihr beide gar nicht so weit auseinander. Ich fände es ziemlich nervig, wenn das jetzt wieder ein Zweier-Geplänkel würde. Graf von Kiel hat eben über Computerspiele geschrieben und nicht über Nazi-Gewalt, das heißt ja nicht, dass er sich darüber keine Gedanken macht.

Und Markus, m.E. ist Sarkasmus ein Ausdruck von frustrierter Moral - und hat insofern auch einen moralischen Grund.

Gast
Geschrieben
Wenn ich mal vermittelnd eingereifen darf:

Markus und Graf, vielleicht liegt ihr beide gar nicht so weit auseinander. Ich fände es ziemlich nervig, wenn das jetzt wieder ein Zweier-Geplänkel würde. Graf von Kiel hat eben über Computerspiele geschrieben und nicht über Nazi-Gewalt, das heißt ja nicht, dass er sich darüber keine Gedanken macht.

Und Markus, m.E. ist Sarkasmus ein Ausdruck von frustrierter Moral - und hat insofern auch einen moralischen Grund.



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