=kettcar= 259 Melden Geschrieben 27. Oktober 2007 (bearbeitet) Diese Meldung ist mal wirklich erstaunlich menschlich, in unserer durchkapitalisierten Welt: Chef lebt von Arbeiterlohn – und erhöht die Löhne Einen Monat lang vom Gehalt eines seiner Arbeiter zu leben, das hatte der Nudelfabrikant Rossi in Mittelitalien sich vorgenommen. Schon am 20. des Monats war die Familie blank. Die Konsequenz des gescheiterten Experiments: Rossis Beschäftigte erhalten nun mehr Geld. Am Anfang war es nur eine fixe Idee: Ein Unternehmer, der einen Monat lang mit dem schmalen Portemonnaie eines kleinen Arbeiters lebt. Enzo Rossi, Besitzer der Nudelfirma "La Campofilone'" im mittelitalienischen Ascoli, hat das Experiment gewagt. Auch weil er wollte, sagt er, dass seine Teenager-Töchter einmal am eigenen Leib spüren, wie sich normale Menschen einschränken müssen, um über die Runden zu kommen. Gesagt, getan – gelitten. "Ungefähr am 20. Tag des Monats war unser Experiment gescheitert. Obwohl wir sparsam waren, sind wir in der dritten Woche mit unseren Finanzen faktisch am Ende gewesen", erzählt der Unternehmer. 2000 Euro gestand Rossi seiner Familie zu 1000 Euro netto hatte sich Enzo Rossi zugestanden, 1000 Euro auch seiner Frau – das entspricht in Ascoli dem Durchschnittseinkommen eines angelernten Fabrikarbeiters. "Da wir wussten, dass ich und meine Frau mit jeweils 1000 Euro starten, haben wir bei allen Ausgaben sehr aufgepasst", erzählt Rossi. "Wir sind nur einmal eine Pizza essen gegangen, habe in billigen Supermärkten eingekauft und den Kindern nur ein neues Kleidungsstück erlaubt." Dennoch: "Mitte des Monats konnten wir ihnen keinen zweiten Kinobesuch erlauben, weil wir die Raten für das Haus und die anderen festen Kosten, die in unserer Familien anfallen, begleichen mussten." Einkäufer mit Kleingeld an einem Marktstand Großansicht des Bildes Gewinner des Experiments "Unternehmer lebt von Arbeiterlohn" sind Rossis Beschäftigte. Als Konsequenz aus seinem gescheiterten Versuch, mit einem Durchschnittsverdienst auszukommen, hat der Nudelunternehmer seinen Arbeitern den Lohn erhöht. Ab Anfang kommenden Jahres erhält jeder Beschäftigte in der Nudelfabrik 200 Euro mehr. Belegschaft beobachtete Experiment skeptisch Erica, die seit sechs Monaten für Rossi am Fließband steht, hatte das Experiment ihres Chefs mit Skepsis beobachtet. "Am Anfang schien uns das ein bisschen komisch. Dann haben wir gesehen, dass er es ernst meint", berichtet sie. "Dass jetzt für jeden von uns die Löhne erhöht werden, ist natürlich toll. Wir spüren es täglich am eigenen Leib, wie schwierig es ist, mit unserem Gehalt bis zum Monatsende durchzukommen." Der Chef, meint Francesca, habe in seinem Experiment nur erfahren, was für sie und ihre Kollegen Alltag sei: "Das ist manchmal ganz schön mühsam durchzukommen. Zum Glück arbeitet auch mein Mann. Aber wir haben einen Sohn, dessen Studium wir finanzieren. Die 200 Euro pro Monat werden uns sehr helfen. Wir werden das Geld für unseren Sohn an der Universität verwenden." Rossi: Wer ruhig schläft, arbeitet besser Die Zeitungen in Italien berichten in großer Aufmachung über den sozial bekehrten Unternehmer. In Interviews bestreitet Rossi energisch, ein Linker oder sogar Kommunist zu sein. Im Gegenteil, sagt der Nudelfabrikant, früher habe er immer für eine Partei der Rechten gestimmt. Die Löhne erhöhe er aus sozialen, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen: "Es ist ein bisschen Egoismus dabei. Wer monatlich Sorgen hat, ob er über die Runden kommt, arbeitet nicht gut. Ich lebe vom Engagement meiner Mitarbeiter, meiner Mannschaft. Ich will, dass sie ruhig und präzise arbeiten können." Vor allem Italiens Linksparteien klatschen Beifall zur Lohnerhöhung nach Selbstversuch. Arbeitsminister Cesare Damiano nennt Rossi den vorbildlichsten Unternehmer Italiens. Quelle: www.tagesschau.de :super: Das würde einigen Chefs, Managernund Politikern in Deutschland auch gut tun. Einfach mal zu kucken wo bei ihrem ganzen hirnlosen Gequatsche der kleine Mann rumeiert. Wäre das nicht ein toller Versuch auch in eurem Betrieb? Bearbeitet 27. Oktober 2007 von SWIZZ=kettcar=
Sven 134 Melden Geschrieben 27. Oktober 2007 Da kämen wahrscheinlich viele noch nicht mal 2 Tage mit aus, vermute ich. Vorrausgesetzt sie sehen es nicht unter ihrer Würde, überhaupt so was zu machen.
crazyme 0 Melden Geschrieben 27. Oktober 2007 Das würde einigen Chefs, Managernund Politikern in Deutschland auch gut tun. Einfach mal zu kucken wo bei ihrem ganzen hirnlosen Gequatsche der kleine Mann rumeiert. Wäre das nicht ein toller Versuch auch in eurem Betrieb? hmm ... ich leb im Moment von ALG II ... da würden mir doch glatt ein paar Interresante Experimente einfallen (fiktive Schlagzeile : Peter Hartz pleite nach 3 Tagen ALG II ) davon mal ab find ich s gut ... gerne mehr davon
Corsair 217 Melden Geschrieben 27. Oktober 2007 Nur würde in Deutschland von den 200 € Brutto ja grade mal 110€ netto überig bleiben. Ich denke mal nicht das die Italiener von ihrem Staat genauso abgezockt werden wie wir
Sebastian 2 Melden Geschrieben 27. Oktober 2007 Ach ein Unternehmer der mal ein bißchen sozial denkt.
=kettcar= 259 Autor Melden Geschrieben 27. Oktober 2007 die gehen auch mit 58 in rente, und nicht wie wir, sie uns diesen käse bis 67 gefallen lassen
Ale42er 19 Melden Geschrieben 27. Oktober 2007 (bearbeitet) Nur würde in Deutschland von den 200 € Brutto ja grade mal 110€ netto überig bleiben. Ich denke mal nicht das die Italiener von ihrem Staat genauso abgezockt werden wie wir ja das stimmt,aber 110€ mehr würden mir persönlich auch gut tuen... wenn die politiker wenigstens die stätige erhöhung strompreise bekämpfen würden,wäre es schon erleichternd. wozu is eigentlich das kartelamt da,nach jeder angekündigten erhöhung heißt es wir werden das untersuchen und passieren tut nichts.mir kommt es langsam so vor als würden die das nur in den nachrichten bringen um uns zu beruigen. @t na nicht schlecht,das sollten wirklich mal so einige manegere machen,aber die lachen doch über uns arbeiter und beschliessen mal eben ein paar tausend zu entlassen,damit ja ihre kurse in der börse steigen. Bearbeitet 27. Oktober 2007 von Ale42er
Der Spinner 5 Melden Geschrieben 27. Oktober 2007 Nur würde in Deutschland von den 200 € Brutto ja grade mal 110€ netto überig bleiben. Ich denke mal nicht das die Italiener von ihrem Staat genauso abgezockt werden wie wir Man weiß ja nicht, obs brutto oder netto ist Aber ich find das sehr gut, schön, daß es noch Unternehmer gibt, die ihrer Verantwortung nachkommen, wenn sie ein Problem erkannt haben
AndOrth 0 Melden Geschrieben 27. Oktober 2007 Hört sich an als wär er gescheitert weil er seine Fixkosten fürs große Haus nicht angepasst hat. (fiktive Schlagzeile : Peter Hartz pleite nach 3 Tagen ALG II ) Da muß er sich aber ganz schön einschränken um ganze 3 Tage damit auszukommen. > was macht der link für nen unterschied? Quellenangabe!
-=Punkbuster=- 166 Melden Geschrieben 28. Oktober 2007 (bearbeitet) was macht der link für nen unterschied? Man kann ihn woanders posten anstatt auf den Fred zu verlinken ^^ @Topic: Gute Sache und die 200 sind natürlich Brutto, aber es wird viel weniger abgezogen. Die 110 Euro von Corsi sind noch nett geschätzt. Laut OECD und Eurostat liegt Deutschland bei den Arbeits- und Lohnnebenkosten ganz weit vorne. Ich finde den Artikel gerade nicht, aber in Ländern wie Irland hast Du mit 25.000 Euro Jahreseinkommen teils mehr verfügbares Einkommen als in DE mit 39.000. Lohnerhöhungen sind hier echt der pure Witz. Ich würde im Fall der Fälle wohl eher um einen Leasingwagen, eine Tankkarte oder irgendetwas verhandeln, was der Arbeitgeber auch absetzen kann. Bearbeitet 28. Oktober 2007 von -=Punkbuster=-