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Deutsche Vergangenheit

Sollte man die "Dunkle" Deutsche Vergangenheit, sprich Drittes Reich etc., vergessen? oder nicht? warum?  

99 Benutzer abgestimmt

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Geschrieben

Ich stimme alburdy in einem ganz wichtigen Punkt zu:

Wenn man zu einem so heißen Thema den Mund aufmacht, dann sollte man zuvor auf jeden Fall vernünftige Literatur dazu studiert haben. Ob das nun Geschichtsbücher, Augenzeugenberichte oder andere Quellen sind, sei jedem selbst überlassen. Ich erwarte aber von jedem Diskussionsteilnehmer, dass er (sie):

* mehr schreibt als ein oder zwei nichtssagende Sätze

* versucht, sich von billiger Kneipenpolemik fern zu halten

* wenn er nichts zum Thema an sich zu sagen hat, lieber nur mit liest anstatt einfach mal was zu spammen

* nicht versucht, eine andere Meinung als die "falsche" darzustellen. Das tolle an unserer Pluralistischen Gesellschaft ist ja gerade, dass man unterschiedliche Meinungen vertreten kann.

Also bitte nicht so ein wichtiges Thema zum privaten Spielplatz verkommen lassen. Danke!

Und nun zum Thema selbst:

Wieso sollte man die Geschichte "vergessen"?

Eine Nation, die sich ihrer Geschichte nicht bewusst ist, ist in meinen Augen keine Nation. Da gehören die rühmlichen Kapitel ebenso dazu wie die dunklen Jahre. Die gibt es freilich in jeder Kultur und bei jeder Nation. Ob es nun die Römer waren, die ein Imperium, gestützt auf gewalttätigen Feldzügen, aufbauten, dabei aber jede Menge Kultur und Wissen verbreiteten.

Dann gibts da z.B. die Spanier, die (genau wie England) die halbe Welt kolonioalisierten und am Ende halb Südamerika auslöschten.

Irgendwo dort reiht sich auch Deutschland ein. Über lange Jahrhunderte hinweg nicht schlimmer oder anders als andere Königreiche. Während sich ganz Europa in den Jahren zwischen 1800 und 1900 langsam zu Republiken entwickelte, steckten wir in einer immer schwächer werdenden Monarchie die am Ende nur noch irgendwie ihre Macht retten wollte. Als dann WK1 verloren war, konnte sich der Kaiser nicht mehr halten.

Was kam danach? Eine äußerst schwache und wacklige "Demokratie", die von Volksentscheidungen immer noch weit entfernt war. Dazu die wahnwitzig hohen Reparationen and die Sieger des Kriegs, eine enorm hohe Zahl von unzufriedenen Arbeitslosen, eine Parteienlandschaft die äußert unübersichtlich und dazu noch aufs Bitterste zerstritten war. Hinzu kommt die katastrophale wirtschaftliche Lage (stichwort: Hyperinflation). Dies und noch mehr sind die Gründe dafür, wieso sich das deutsche Volk so hat verarschen lassen. Das Vertrauen in die gemäßigten, demokratischen Kräfte war einfach nicht da. Die deutschen waren noch nicht daran "gewöhnt", demokratisch regiert zu werden und glaubten, ein autoritärer Diktator könne ihnen aus dieser Lage wieder heraus helfen. Und das ging halt fiese nach hinten los. Was draus geworden ist, weiß heute jeder.

Die Franzosen hatten Robespierre - wir hatten Hitler.

Die Auswirkungen waren um ein vielfaches schlimmer, ohne Frage. Ich möchte auch nichts vergleichen oder relativieren. Was ich sagen will ist, dass sich eine gesunde Demokratie "entwickeln" muss und dass dies ein langer, schwerer Weg sein kann. Die Franzosen, Engländer, Spanier - ja auch die Amis können sich aber irgendwie besser mit ihrer Vergangenheit auseinander setzen als die deutschen es können. Woran mag das liegen?

Geschrieben (bearbeitet)

Agree! Bitte onTopic und zur Sache!

===========

Ich denke man muss kein Buch gelesen haben, um gewisse Faktoren zu erkennen. Warum gehen andere Länder einfacher mit ihrer Geschichte um? Weil sie sich nicht selbst damit geißeln. Spannend wäre für mich die Frage, wie die Geschichtsbücher aufgebaut sind. Wie wird zum Beispiel der Vietnamkrieg in der Schule in den Staaten behandelt. Sind das Massaker von My Lai und viele Teile der Kriegsführung überhaupt ein Thema? Was für mich zudem emanent wichtig ist und bleibt ist die Haltung, mit der Themen vermittelt werden. Aus meiner persönlichen und sehr subjektiven Erfahrung schwingt hier in Deutschland immer eine gewisse Grundhaltung mit, die ich bereits angesprochen habe. Das mag zum einen an Personen wie Lehrenden liegen, zum anderen an Einflüsen von Außen.

Es gibt in Europa immer noch eine große Zahl von Menschen, die uns als Nation weder vergessen noch verziehen haben. Menschen, die persönliche Verluste erlitten haben, deren Städte wir in Trümmer gelegt haben. Das ist tragisch und ich kann das verstehen, aber irgendwo muss man einen Schlusstrich ziehen. Ich war vor einigen Wochen auf einer Veranstaltung, auf der ein britischer Bomberpilot zu Gast war. Dieser hat in der Nacht des 11. September 1944 den Angriff auf meine Heimatstadt, Darmstadt, geflogen, in dessen Folge ein Feuersturm losbrach. Die Folge davon ist das heutige Stadtbild von Darmstadt, was für viele Alteingesessene hier - zumindest die, die noch am Leben sind - eine lebenslange Bestrafung war. Davon einmal abgesehen, hat der Pilot etwas sehr wichtiges gesagt. Er war der Meinung das alle Seiten grausames Unrecht begangen haben und er die Bomben niemals abgeworfen hätte wenn er einmal gesehen hätte, was sie anrichten. Was aber noch viel wichtiger was: er sagte man muss für ein normales Leben die Vergangenheit auch mal abschließen und neu anfangen. Also einen Schlusstrich ziehen. Er kommt übrigens aus Coventry und hat sich frewillig zur Luftwaffe gemeldet nachdem unsere die Stadt zerstört hat.

Ich bin also gerne bereit mich wissenschaftlich und geschichtlich mit dem dunkelsten Kapitel dieser Nation auseinanderzusetzen, aber aus der Perspektive eines europäischen Bürgers des Jahres 2007. Ich betrachte die Verbrechen der Nazis mit demselben Gewicht, das ich ähnlichen Verbrechen zugestehe. Verbrechen ist Verbrechen und ob ein Dikator in seinem eigenen Land Menschen abschlachtet oder einen Krieg entfesselt macht für mich 0,0 unterschied. Das hat für mich auch nichts mit aufrechnen zu tun, sondern einfach mit dem Lauf der Geschichte. Sollte Bush sich entschließen den Iran oder Nordkorea anzugreifen, haben wir vielleicht bald mehr als die 67 Millionen Toten die Ale aufgezählt hat. Schlächter ist Schlächter, ob er nun Hitler, Stalin oder sonstwie heißt. Daraus ergibt sich für mich persönlich auch keine besondere Verantwortung außer der Aufrechterhaltung der Demokratie. Menschen wurden schon unter den verschiedensten Fahnen und den verschiedensten Ideologien abgeschlachtet, also warum immer wieder die gebestmühlenartige Wiederholung "nie wieder", die doch im Umkehrschluss impliziert, dass so etwas noch einmal passieren könnte.

Die Antwort auf Bennys Frage kann in meinen Augen deshalb nur ein anderer Umgang mit der Geschichte sein. Mann muss nicht tonnenweise Schulklassen in die ehemaligen KZs fahren und ihnen vorhalten: "seht euch an was eure Opas da gemacht haben". Vor allem nicht wenn sie in einem Alter sind, in dem sie mit diesem wichtigen Thema oft noch nichts anfangen können und als Effekt dann genau das herauskommt, was hier zu beobachten ist: eine Blockade-Haltung. Für Schüler der 10. Klasse halte ich das Thema einfach für nicht geeignet. Weniger ist oft mehr und nach meiner ebenfalls sehr subjektiven Erfahrung haben andere Länder weniger Problem mit ihrer Geschichte weil sie es nüchterner angehen lassen.

Mich würde in diesem Zusammehang interessieren, wie die Lehrpläne und Schulbücher in Staaten wie Frankreich, England und den USA aufgebaut sind und wie der Stoff dort vermittelt wird. Das ist für mich ein wesentlicher Bestandteil mit dem Umgang der Geschichte. Leider ist das nur schwerlich herauszufinden.

Bearbeitet von -=Punkbuster=-
Typo
Geschrieben (bearbeitet)

also ich muss da mal geschichtlich was klar stellen...

ich hab’s nur im Hinterkopf gewusst konnte mich aber nicht mit Fakten absichern.

also da selbst enforcer das ein wenig falsch darstellt(was kein Bein Bruch ist), musste ich noch mal nachlesen.

also was stimmt ist das die deutsche Demokratie wackelte, aber wurde hier vernachlässigt das Deutschland die "goldenen zwanziger Jahre "hatte, auch wenn nur auf pump, es ging Deutschland bis zur Hyperinflation 1929 finanziell ziemlich gut.

also ist klar das die deutschen nur in die rechte falle tappen konnten, weil sie verzweifelt waren und andere es ausszunutzen wussten.

nachzulesen hier...

http://www.historisches-lexikon-bayerns.de...l/artikel_44647

Bearbeitet von Ale42er
Geschrieben

@Basti: Das kann ich so voll mit unterschreiben.

Geschrieben
also ich muss da mal geschichtlich was klar stellen...

ich hab’s nur im Hinterkopf gewusst konnte mich aber nicht mit Fakten absichern.

also da selbst enforcer das ein wenig falsch darstellt(was kein Bein Bruch ist), musste ich noch mal nachlesen.

also was stimmt ist das die deutsche Demokratie wackelte, aber wurde hier vernachlässigt das Deutschland die "goldenen zwanziger Jahre "hatte, auch wenn nur auf pump, es ging Deutschland bis zur Hyperinflation 1929 finanziell ziemlich gut.

also ist klar das die deutschen nur in die rechte falle tappen konnten, weil sie verzweifelt waren und andere es ausszunutzen wussten.

nachzulesen hier...

http://www.historisches-lexikon-bayerns.de...l/artikel_44647

diese goldenen zwanziger hielten leider nur für eine sehr kurze zeit an. ich glaube es waren so etwa 4 oder 5 jahre. nachdem dann auch die ganzen arbeiter mit aktien geködert wurden und diese dann kredite aufnahmen, die zum teil mehr als das doppelte ihres jahreseinkommens betrugen, nur um aktien zu kaufen, waren unzählige familien ruiniert nachdem die anlagegeschäfte in die hose gingen.

wir reden von einem brotpreis von bis zu etwa einer milliarden reichsmark, der sich zum teil innerhalb einer stunde verdoppelte. die reichsbank machte dazu den katastrophalen fehler, ständig neues geld zu drucken. das ging wirklich soweit, dass man für ein halbes pfund butter mehrere billionen (!!!) mark zahlen musste. tut mir leid, aber ich kann da nicht von einer wohlhabenden masse sprechen. es gab natürlich die industriellen, namentlich zum beispiel Hugo Stinnes, die mit dem Ein- und Verkauf anderer Leute Schulden ein Vermögen gemacht haben.

Geschrieben
...

ja und und amen *zualburdyrüberschiel* :)

aber es gab die goldenen zwanziger...:)

man jetzt sind wa aber wieder weit vom thema abgerutscht. :rolleyes:

Geschrieben
wir reden von einem brotpreis von bis zu etwa einer milliarden reichsmark, der sich zum teil innerhalb einer stunde verdoppelte. die reichsbank machte dazu den katastrophalen fehler, ständig neues geld zu drucken. das ging wirklich soweit, dass man für ein halbes pfund butter mehrere billionen (!!!) mark zahlen musste. tut mir leid, aber ich kann da nicht von einer wohlhabenden masse sprechen. es gab natürlich die industriellen, namentlich zum beispiel Hugo Stinnes, die mit dem Ein- und Verkauf anderer Leute Schulden ein Vermögen gemacht haben.

OT:Wie rechnet man Reichsmark in Euro um? :fear2:

Geschrieben
OT:Wie rechnet man Reichsmark in Euro um? :fear2:

Direkt geht das nicht, gibt einen Bezug zwischen der Goldmark und dem Euro (die Goldmark gab es bis 1918 und wurde danach zur Umrechnung der inflationären Reichsmark benutzt).

Umrechnungshinweise (Kaufkraft) laut Hamburger Staatsarchiv und Statistischem Bundesamt (Quelle Fredrik Mathäi[1]):

  • 1 Goldmark (1873–1899) = 17,82 Euro
  • 1 Goldmark (1900–1912) = 9,35 Euro
  • 1 Goldmark (1913/14) = 8,08 Euro
  • 1 Papiermark (1915) = 6,74 Euro

Anmerkung: Den oben dargestellten Preisverfall der Goldmark von etwa 1:2,21 bis Kriegsbeginn (hier ausgedrückt in Euro) stehen die Preisreihen an realen Gütern und Dienstleistungen der Deutschen Konsumvereine und der von Jürgen Kuczynski entgegen, die nur etwa 1:1,45 von 1871 bis Juli 1914 entsprechen.

Geschrieben (bearbeitet)
Verbrechen ist Verbrechen und ob ein Dikator in seinem eigenen Land Menschen abschlachtet oder einen Krieg entfesselt macht für mich 0,0 unterschied. Das hat für mich auch nichts mit aufrechnen zu tun, sondern einfach mit dem Lauf der Geschichte. Sollte Bush sich entschließen den Iran oder Nordkorea anzugreifen, haben wir vielleicht bald mehr als die 67 Millionen Toten die Ale aufgezählt hat. Schlächter ist Schlächter, ob er nun Hitler, Stalin oder sonstwie heißt. Daraus ergibt sich für mich persönlich auch keine besondere Verantwortung außer der Aufrechterhaltung der Demokratie.

Ich denke einfach das die Sache ich auf der ersten Seite aufgeführt habe, Ausschwitz, Buchenwald usw., für mich geschichtlich schon noch einmalig ist. Ich habe da gegenüber Basti einfach eine andere Betrachtungsweise. Der Holocaust hat für mich ein bisschen mehr Gewicht als manch andere Verbrechen, obwohl die bestimmt nicht weniger schlimm waren. Die passierten aber nicht aus dem gleichen Antrieb heraus, das muss man unterscheiden.

Da ich mich also ein bisschen damit beschäftigt habe, muss ich auch mal nach diesen Ursachen suchen die das möglilch machten. Und ich komme dabei an Antisemitismus, Nationalismus und Rassismus einfach nicht vorbei. Diese Grundstimmung war damals, nach Niederschlagung der Revolutuion von 1918, vorrangig. Die NSDAP hat das weiter geschürt.

Wenn ich also als Mensch 2007 eine Verantwortung gegenüber der Geschichte habe, muss ich nicht nur für eine menschlichere und basisdemokratischere Demokratie eintreten, sonder auch gegen jede Form der oben genannten Ismen sein.

Ich hoffe mein Gedankengang ist hier klar rübergekommen.

Bearbeitet von SWIZZ=kettcar=
Geschrieben

Ich stimme mal "abwechsend" größtenteils Punkbuster zu und mich persönlich würde das sicherlich auch sehr interesssieren was so die Lehrpläne anderer Nationen vermitteln.

Ich befürchte jedoch wir würden Uns, wenn wir uns dieser Tatsache bewusst wäre erschrecken, wie differenziert das hier durchgenommen wird, aber ist nur reine Spekulation. Wie die Hypothese in den US amerikan. Atlanten sei Amerika zentriert abgebildet u. Europa sogut wie nicht vorhanden.

Aber mit die These: "Für Schüler der 10. Klasse halte ich das Thema einfach für nicht geeignet." find ich dann doch sehr gefährlich, dass bedeutet ja wenn Jugendliche nicht aus eigenem Ansporn sich später mit dt. Geschichte beschäftigen, es letztenendes diese Wissensvermittlung sich ausschließlich auf Abiturienten bezieht.

Es sei denn man geht davon aus zukünftig sollten Einheitsschulen eingeführt werden bis zur 12./13. Klasse, sodass jeder Abiwissen vermittelt bekommt. Da bin ich dabei, wär doch mal ne Vision. Warum sollen denn nur Abifutzis Goethes Faust kenn lernen ect. ??

Zu den v. Ale42er angeführten golden Zwanziger ja definitiv waren die vorhanden und auch Reperationen, aber man darf nicht außer Acht lasssen, dass grad in der ersten Hälfte der Zwanziger noch die Nachwehen nachgewirkt haben.

Welche Nachwehen, und zwar in Folge des 1.WK hat es Unruhen und teilsweise revolutionsartige Zustände durchs Land gegeben, die Forderung nach Räterepublik !!!

Was die Infaltion betrifft, jaklar Geldmehrumlauf ist doch grad der Grund für Inflation.

Was die Kosten für Lebensmittel anbelangt, natürlich waren das enorme Summen, aber man hat ja nicht 500.000 RMark fürn Brot geblecht und hat nur nen Std.Lohn um die 20RMark bekommen. Der Lohn war selbstverständlich auch höher, sicherlich unverhältnissmäßig zu den Lebensmitteln.

Und den Herrn den sven aus Wiki anführte " Jürgen Kuczynski" ist nur ans Herz zulegen z.B. der Buchtitel "Dialog mit meinem Urenkel", sehr empfehlenswertes Buch. :super:

Geschrieben (bearbeitet)

Zu "Bastis Bomberpilot"...

Er wiederspricht sich aus meiner Sicht und er meint sicherlich nicht, das Geschehene hinten rüberkippen zu lassen und außerdem redet der Mann von anderen Dingen, als wir hier.

Einzeln:

"Er hätte niemals Bomben abgeworfen, wenn er gesehen hätte, was sie anrichten."

Sagt aber auch, daß er sich freiwillig emeldet habe, nachdem Bomben seine Stadt zerstörten, und er also gesehen hatte, was sie anrichten.

Ich denke nicht, daß der Herr meinte, man solle das vergessen, sondern eher, daß man das Geschehene schon gut in Erinnerung behalten, sich aber mal zusammenraufen sollte, für eine gemeinsame friedliche Zukunft. Aber das passiert ja auch. Aus militärischer, soldatischer Sicht sind diese Worte nach einem Krieg sicherlich in Ordnung.

Dann bleibt da aber immer noch der Wahn übrig, der von damals von den Deutchen ausging. Vielen wurden die Augen geöffnet, als es Tot und Elend gab, aber meist doch nur, wenn es das engste eigene Umfeld betraf. Von dem ganzen Rest wollte doch niemand etwas gewußt haben.

Die industrielle Massenvernichtung und all der zurecht ewig auf uns lastende Dreck, damit müssen wir uns ganz allein auseinandersetzen. Und wir müssen daran erinnern, schließlich laufen wir Gefahr, daß dieses erneut, nach Jugoslawien, zum deutschen Exportschlager wird.

Noch heute gibt es Menschen, die KZs leugnen, die die Judenvernichtung, nicht zu vergessen die vielen anderen Völker und Volksgruppen, an sich leugnen. Warum sollte man diese Menschen ungebremst auf unsere Jugend loslassen, indem wir sogar selbst die KZs leugnen, weil wir unseren Kindern die KZs nicht zeigen?

Ebenso gibt es viel zu viele Kleinigkeiten im deutschen Alltag, die mich schaudern lassen, da brauche ich nur an das geflügelte Wort "Bis zur Vergasung." denken.

Schade ist es allerdings, daß man dafür immer andere braucht, von denen man hin und wieder das Gefühl hat, sie belästigten einen, der zentralrat der Juden zum Beispiel oder viele internationale Organisationen, welche es hier in Deutschland möglich machen, daß man daran erinnert. Von Reparationszahlen ist ja doch gar keine Rede mehr.

Geld nach Israel pumpen, statt Mahnmale bauen. Warum, wenn wir heute doch gar nichts damit zu tun haben(sollen)?

In Israel weiß jeder um das Geschehene und viele Juden kommen auch nach Deutschland zurück, nur scheint mir hier das Wissen daran nicht ständig erwünscht zu sein.

Wir leben doch in einer recht guten Ecke und das auch, weil wir uns Gedanken machten.

Ich verstehe nicht, warum wir damit aufhören sollten.

€ Und ein Mahnmal für die Judenvernichtung durch frühere Generationen, hat doch zu allerletzt etwas mit den Juden zu tun, als vielmehr mit uns und unserer (Un?)Fähigkeit mit der grausigen Geschichte umzugehen.

/€

Bearbeitet von Rudi
Geschrieben

Touche, Rudi, vielleicht war das Zitat des Piloten nicht sauber genug formuliert, aber sagte tatsächlich man sollte die Diskussion über Schuld und gegenseitige Schuldzuweisungen endlich hinter sich lassen... tut aber für den Thread hier am Ende wirklich nichts zur Sache. Spannender ist da schon die Frage nach den Schulklassen. Ich denke die 10. Klasse ist einfach zu früh und ein richtiges Verständnis für das Thema wird eher in der Oberstufe entwickelt als im Alter von 16 Jahren.

Geschrieben (bearbeitet)

Ja! und Nein!

Ja, die Schuldzuweisungen sollten wirklich nicht mehr das Thema sein, damit sind die Staaten, auch finanziell durch, und zeigen durch dieses, unsere Europa, wie erfolgreich man an solch einer schwierigen Sache arbeiten kann.

Nein, auch die 10. Klasse und auch die 8. und auch die 6. Klasse muß die Möglichkeit bekommen, sich ein demokratisches Urteil bilden zu können. In dem wir ihnen das Angebot machen.

In letzter Zeit höre ich in den Nachrichten des Öfteren von "bildungsfernen" Jugendliche und Schichten, welche eben auch immer wieder in der braunen und kriminellen Ecke ihr Unwesen treiben sollen. Genau diesen, weil sie gar nicht bis in die Oberstufe vordringen, enthielten wir Wissen vor und beließen sie "bildungsfern", würden sie irgendwann in den Knast stecken oder sie würden zum Thema im Fred "Rassismus gegen Deutsche, Eine Zeitung steuert um!"

Bearbeitet von Rudi
Geschrieben

Zum Thema mit den Mahnmals bin ich mir selbst unschlüssig !!!!

Ich find das Jüdische Museum in Berlich recht gelungen und gedankenanregend.

Was aber das Holocaustdenkmal in Berlich angeht, find ich schon sehr abstrus, zum einen sollte auch auch trotz der Brisants wegen der Judenverfolgung, aufpassen nicht die anderen Völker zu vernachlässig.

Aus rein praktischen Gründen, frag ich mich da warum es eigentlich kein Gesamtmahnmal für die Toten des 2.Wk gibt ??

Das soll aber nicht falsch als Landsmanneinstellung missverstanden werden, von wegen die arme Deutschen.

Darüber hinaus ist es schon echt beschämend, dass das berliner Holocaustdenkmal nach paar Jahren schon verwittert, wegen schlechter Verarbeitung und ganz zu schweigen das der Beton fürs Mahnmal von Degussa kam, das ist ja schon echt peinlich.

Das da der ZR der Juden kein Aufstand geprobt hat, ist mir schleierhaft.

Zur Klassenthematik zurück, meine ich dass das Alter relativ ist. Wenn ich mir in Erinnerung rufe, dass ein Mitschüler aus nem Abijahrgang in Sachsenhausen mit der Klasse war und neben den demoralisierenden Bilddokumentationen sich plötzlich für ein Bild begeistert und sagt: "Wauhhh, was für ne geile Hitlersense !!!" Tja ein Thema für sich !!!

Zedem bin ich mir ziemlich sicher, dass die Jungend vor ein paar Jahrzehnten zw. 10-16 Jahren sehrwohl die nötige Auffassungsmöglichkeit hatten.

Geschrieben (bearbeitet)

Also, ich hab kein Problem damit errinnert zu werden - auch nicht von Opferseite.

Ich hab nur ein Problem wenn der Ton zu vorwurfsvoll wird.

Unlängst hab ich mal jemanden nicht auf unseren Garagenhof gelassen weil er mir seinen Schlüssel nicht zeigen wollte.

Sofort musste ich mir in gebrochenem Deutsch eine Schimpftirade anhören, was für Schei**nazis wir Deutschen doch alle sind.

Sorry, da platzt mir die Hutschnur zumal ich auch einen in der Krone hatte!

Und ich bin auch nicht sicher ob man Jugendlichen vor 16 "Schindlers Liste" zeigen sollte, ich erinnere mich nämlich an Lacher und dummer, pubertärer Sprücher bei speziellen Szenen im Kino.

Generell gilt: Erinnern und mahnen - JA!

Aber verurteilen? Die Täter sicherlich - aber ein ganzes Volk noch 60 Jahre später?

Wir sind (fast) alle in Freiheit und Demokratie aufgewachsen und KÖNNEN uns gar nicht in die Lage versetzen unsere Menschlichkeit zu verkaufen um dem Galgen zu entgehen.

Das spielt sicher auch mit hinein in die Situation damals.

Ich denke nicht alle waren Täter aus Überzeugung, soll natürlich KEINE Entschuldigung sein, soll nur zeigen, wir alle haben gut reden.

Auch kein "Werner Holt" kann uns das Gefühl vermitteln sich wirklich entscheiden zu müssen...

[Zitat]Darüber hinaus ist es schon echt beschämend, dass das berliner Holocaustdenkmal nach paar Jahren schon verwittert[/Zitat]

Das ist der saure Regen und die Umweltverschmutzung in der Grossstadt....

Bearbeitet von Holgman

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